Weltnaturerbe in China: Wuyi-Gebirge
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Das Wuyi-Gebirge besitzt einen guten Ruf als Umweltschutzgebiet. Hier gedeihen noch zahlreiche alte Pflanzen, darunter viele, die speziell nur in China wachsen. Zu beiden Ufern des Jiuquxi (Bach der neun Windungen) findet man viele malerische Schluchten, Tempel und Klöster, darunter auch etliche, von denen nur noch die Ruinen zu sehen sind. Wuyishan bildete die landschaftliche Kulisse für die Entwicklung und Verbreitung der konfuzianisch-idealistischen Schule „Lixue" („Neokonfuzianismus") während der Tang- und Song-Dynastie (618- 1279). Seit dem 11. Jahrhundert übte diese Lehre einen großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung Ostchinas aus. Im I. Jahrhundert ließen Herrscher der Han-Dynastie (206 v.Ch.-220 n.Ch.) in der Nachbarschaft einer Stadt einen relativ großen Verwaltungssitz errichten, der von dicken, soliden Mauern umgeben wurde. Diese Anlage ist von großem archäologischem Wert.
Allgemeiner Überblick
Das Wuyi-Gebirge (Wuyishan) liegt im Nordwesten der Provinz Fujian und ist ein zentrales Gebiet für den Schutz der Artenvielfalt unserer Erde. Typisch ist die rote Bodenbeschaffenheit. Die Berggegend erstreckt sich über eine Fläche von rund 10 000 km². Von je her hat man diese Landschaft mit so blumigen Namen beschrieben wie „Blaugrünes Wasser, rote Berge" oder „Unvergleichliche Schönheit im Südosten". Heute ist Wuyishan ein staatlich anerkanntes Tourismus-Gebiet der Klasse 5A.
Im Wuyishan haben Ströme und hohe Berge eine einheitliche Landschaft gebildet, die zugleich „außergewöhnlich, malerisch, schön und alt" ist. Dieses Landschaftsgebiet verfügt über viele Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel 36 Berggipfel, 99 Felsen, den Jiuquxi (Bach der neun Windungen), die Taoyuantong (Pfirsichquellengrotte), den Liuxianjian (Bergbach des rinnenden Duftes), den Wolongtan (Pfuhl des schlafenden Drachen), den Longqianyan (Bescheidener Drachenfelsen) sowie den Chongyouwannian-Gong (Palast der zehntausend Jahre währenden Behütung vor Unheil), im Volksmund Wuyi-Palast genannt, die Ziyan-Shuyuan (Lehranstalt des purpurnen Sommerglanzes), allgemein auch Wuyi-Jingshe (Haus des Geistes) genannt, und uralte, in die steilen Felswände eingeritzte Inschriften. Der Bach der neun Windungen gilt als die Seele des Wuyishan. Seinen Namen verdankt er den drei Krümmungen und neun Windungen seines Laufes. Er ist insgesamt 60 km lang und fließt auf einer Länge von 9,5 km durch das Landschaftsgebiet. An den Ufern des Jiuquxi findet sich die typische rote Bodenbeschaffenheit.
Das Wuyi-Gebiet ist reich an historischen und kulturellen Relikten. Die Ruinen einer Stadt des Königs von Minyue aus der Zeit der Han-Dynastie (206 v. Ch. Bis 220 n.Ch) nehmen im Landschaftsgebiet eine Fläche von 480 000 m2 ein. Es handelt sich dabei um die am vollständigsten erhaltenen Reste einer Stadt aus der Han-Dynastie südlich des Yangzi, Hier hat man unzählige wertvolle kulturelle Zeugnisse jener Dynastie ausgegraben. Der berühmte Gelehrte Zhu Xi (1130-1200) lebte einst 50 Jahre lang im Wuyishan. Hier besuchte er die Schule, verfasste seine Werke und unterrichtete seine Schüler. Die von ihm vertretene Richtung des Konfuzianismus, die Li-Lehre, verbreitete sich von hier aus und wurde allmählich zur offiziellen Philosophie des Kaiserhofes. Die von ihm im Wuyishan gegründete Wuyi-Jingshe war damals eine Lehranstalt von größtem Einfluss.
Website: www.whwy.org
Touristen-Service
Verkehr
Der Flughafen Wuyishan ist sowohl von der Stadt als auch vom Landschaftsgebiet sieben Kilometer entfernt. Es bestehen 27 inländische Flugverbindungen nach Xiamen, Fuzhou, Beijing, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen, Hangzhou, Dalian. Nanjing, Tianjin, Changchun, Changzhou. Wenzhou, Xi an, Wuhan, Ningbo, Jinan, Zhuzhou, Haikou, Shantou, Zhengzhou, Shenyang, Pujiang, Danshan, Hunming, Hongkong und Macao. Man kann Wuyishan auch per Eisenbahn erreichen oder man fährt vom Bahnhof Shaowu in der Provinz Fujian bzw. vom Bahnhof Shangmo in der Provinz Jiangxi mit dem Auto bis zum Wuyishan.
Gastronomie
Regionale Gerichte sind Jirong-Jinsi-Sun (Bambussprossen), Lanhuashe-Si (Schlange), Juhua-Taoyu (Fisch), Niqiu-Fensi (Pilzgericht) sowie beliebte volkstümliche Gerichte wie Yan- xuelihong (gesalzener Sarepta-Senf), Xun 'E (geräucherte Gans) und Tianluo (Flussschnecken). Zur Küche im Wuyishan gehören auch zahlreiche Wildgerichte. Allerdings sollten Besucher darauf achten, dass keine staatlich geschützten Tiere oder Pflanzen verarbeitet wurden.
Shopping
Das Gebiet Wuyishan besitzt vier Schätze: Bambussprossen im Osten, Tee im Süden, Fisch im Westen und Reis im Norden. Die regionalen Bambussprossen sind weiß, zart und von angenehmem Duft. Der Wuyi-Tee zeichnet sich durch einzigartigen Duft und Wohlgeschmack aus und wird daher auch „Blütenduft der Felsen" genannt. Der „Fisch des Westens" stammt auch einem Fluß im Dorf Yangzhuangxiang, im Westen der Stadt Wuyishan. Der Reis aus dem Norden schließlich ist großkörnig, von guter Farbe und duftend. Ganz nach Belieben kann man unter diesen Angeboten wählen.
Weitere Informationen
Das Landschaftsgebiet Wuyishan ist bei jedem Wetter geöffnet.
Infotelefon: 0086 - 599 - 511 3053 / 525 2884 / 510 5848

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