Weltkulturerbe in China: Tulou - Erdhäuser von Fujian
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Die Erdhäuser der Bergbewohner von Fujian, die die Doppelfunktion von gemeinschaftlichem Wohnen und Schutz erfüllen, sind einmalig in der Welt. Sie verkörpern die tief verwurzelte, traditionelle konfuzianische Vorstellung über das Zusammenleben von mehreren Nationalitäten. Zugleich symbolisieren sie die konkreten Bedürfnisse der Menschen nach einer Konzentration der Kräfte und einer gemeinsamen Abwehr äußerer Bedrohungen. Mit den Bergen und Flüssen der landschaftlichen Umgebung sind die Erdhäuser eine harmonische Wechselwirkung eingegangen, sie stehen sozusagen in einer engen Beziehung zu Himmel und Erde. Es sind herausragende Beispiele für menschliche Behausungen.
Allgemeiner Überblick
Die meisten Tulou (Erdhäuser) liegen in den hohen Bergen im Westen und Süden der Provinz Fujian. Wegen ihres eigentümlichen Baustils und ihrer alten Geschichte sind sie weltberühmt. Zu den Tulou zählt man die Gaobei-, Hongkeng- und Chuxi-Erdhäuser sowie die Yanxiang- und Zhenfu-Erdhäuser im Kreis Yongding, die Tianluokeng-, Hekeng-, Hegui und Huaiyuan-Erdhäuser im Kreis Nanjing sowie die Dadi-Erdhäuser im Kreis Huaan, alle in der Provinz Fujian gelegen.
Die frühesten Erdhäuser entstanden in der Song- und Yuan- Dynastie (960-1368). Sie sind weltweit die einzigen großen Wohngebäude aus gestampfter Erde in einer Bergregion. Die Erdhäuser entsprachen den Wohn- und Schutzbedürfnissen der Menschen von mehreren Nationalitäten. Die Bauwerke wurden auf flachen Bergstreifen sowie unter Verwendung von örtlich vorhandener Erde, Holz, großen Steinen und anderen in der Natur vorkommenden Materialien errichtet. Sie sind sparsam und solide gebaut und wirken zugleich sehr schön und ästhetisch. Ihre Formen sind vielgestaltig. Es gibt runde, viereckige und Fünf-Phönix-Erdhäuser sowie solche in ganz ausgefallenen Formen, zum Beispiel in Gestalt des chinesischen Zeichens „ 03“, eines Halbkreises oder in Bagua-Form (Acht Trigramme). Am häufigsten sieht man runde und viereckige Bauwerke. Die in einfachen geometrischen Formen angelegten Schutzbauten stehen auf Bergkämmen und in engen Tälern und bilden einen starken Kontrast zu der sie umgebenden grünen Naturszenerie, zugleich erscheint alles zusammen wie ein harmonisches Ganzes. Die Erdhäuser in runder Form dienten hauptsächlich Schutz- und Verteidigungszwecken. In der Regel nehmen sie eine große Fläche ein; die größten von ihnen erreichen mehr als 72 Kaijian (das ist ein altes Maß für eine Wohnraumbreite; I Kaijian entspricht 3,33 m). Im Allgemeinen befinden sich in ihrem Erdgeschoss die Speiseräume und die Küche, im zweiten Stockwerk die Vorratsräume. Erst oberhalb des dritten Stockwerks sind Wohn- und Schlafräume untergebracht.
Die Erdhäuser im Kreis Yongding besitzen zwar eine eigentümliche Rundform, sind aber zum Synonym für die Lehmhäuser in Fujian geworden.
Die Erdhäuser in viereckiger Form sind sehr verbreitet; in der Regel besitzen sie eine quadratische oder fast quadratische, hohe Umfassungsmauer. Die Stockwerke sind in gleicher Weise angelegt. Die höchsten dieser Gebäude können bis zu sechs Stockwerken hoch sein. Für ihren Bau wurden Dielen, Holzgebälk und Dachziegel verwendet.
Die gemeinsame Besonderheit der Erdhäuser besteht darin, dass ihr Bau langwierig war. Im Allgemeinen benötigte man zwei bis drei Jahre. Damit wurde aber auch ein guter Schutz vor Wind, Wasser und Erdbeben gewährleistet. Eine weitere Besonderheit besteht in den Ausmaßen der Konstruktionen und den standardisierten Raumgrößen. Beim Bau wurde besonderen Wert auf Effektivität gelegt, wovon unter anderem die ausgewählten Standorten und die Namensgebung zeugen.
Website von Hua'an-Tulou: www.tuloutours.com
Website von Yongding -Tulou: www.fjti.gov.cn
Touristen-Service
Verkehr
Von Guangzhou aus besteht Eisenbahnverkehr nach Zhangzhou und Longyan. Von Xiamen aus kann man nach Yongding mit dem Sonderzug oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Zwischen den Sehenswürdigkeiten gibt es gute Verbindungen.
Für Besucher, die selbst Auto fahren: In den beiden Kreisen Nanjing und Yongding sind die meisten Straßen zwischen den Dörfern und Ortschaften asphaltiert und in gutem Zustand.
Gastronomie
Die regionale Küche von Zhangzhou verwendet besonders gern Meeresprodukte und Gepökeltes. Die einheimischen Gerichte sind häufig gedünstet. Das trifft vor allem auf die Orientalischen Geißelgarnelen, die Rotkrabben, Aale und Seemuscheln zu, die auf diese Weise ihren ursprünglichen Geschmack und Duft bewahren. Sie sind frisch, zart und wohlschmeckend. Die Speisen im Gebiet von Longyan werden in der typischen Art der Hakka zubereitet. Bei ihnen steht leckeres Gebäck im Mittelpunkt. Die Geschmacksrichtungen dieser Speisen kann man als „salzig und ölig" bezeichnen. Hetian-Huhn aus Changting, Feuertopf aus Liancheng und Fleisch mit getrocknetem Gemüse aus Yongding lassen den Gast „Hundertmal essen und doch nicht satt werden".
Weitere Informationen
Sammelkarte für Yongding-Erdhäuser und Hakkakultur-Dörfer: 50 Yuan
Eintrittskarte für Gaobei-Erdhäuser: 30 Yuan
Kombinierte Eintrittskarte für alle o.g. Sehenswürdigkeiten: 70 Yuan

Bestpreisgarantie

