Weltkulturerbe in China, Qingcheng-Berg und Dujiangyan-Staudamm
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Der Qingsheng-Berg ist einer der Ursprünge des Daoismus in China und zählt zu den berühmten Bergen des Daoismus. Der Jianfugong-Tempel, der über beträchtliche Ausmaße verfügt, wurde in der Tang-Dynastie (618-907) erbaut. Tianran-Tühua-Fang („Werkstatt der Naturbilder") ist ein Pavillon, der in der Qingperiode Guangxu (1875- 1909) erbaut wurde. In dem Tempel Tianshidong („Grotte des Himmelsmeisters") befinden sich Skulpturen des „Himmelsmeisters" Zhang Daoling (34-156) und der „bescheidenen Himmelsmeister" seiner 30 Enkel-Generationen. Der heutige große Tempel wurde am Ende der Qing-Dynastie (1616-1911) erbaut. Er ist mit sehr feinen Schnitzereien ausgestattet. Darüber hinaus findet man hier zahlreiche wertvolle Kulturgüter und alte Bäume.
Im Westen der Chengdu-Ebene in der Provinz Sichuan wurde in der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) am Fluss Minjiang das große Wasserbau-Projekt Dujiangyan errichtet. Die Bauherren waren Li Bing, ein Präfekt im Reiche Qin, und sein Sohn Shuaizhong. Es ist weltweit das einzige alte, erhalten gebliebene Wasserbauprojekt, das ohne Damm die Wassermassen reguliert. Seit 2 200 Jahren zieht man aus dieser Anlage großen Nutzen. Die Leistung von Li Bing, der einst das Wasser regulierte, hat tausende Jahre lang Segen gebracht. Dujiangyan ist ein großes Meisterwerk der Weltzivilisation, ein Wasserbau- Projekt zum Wohle des Menschen.
Allgemeiner Überblick
Der Qingchengshan-Berg liegt im Südwesten der Stadt Dujiangyan in der Provinz Sichuan. Der Berg blickt auf die Westebene von Sichuan und hat den Gletscher Minshan hinter sich. Er ist dicht bewaldet, bietet zu allen Jahreszeiten einen grünen Anblick und seine Gipfel ragen hoch empor. Da sein Aussehen an eine langgezogene Stadtmauer erinnert, hat er seinen Namen bekommen, Qingchengshan (Grüner Mauer-Berg). Seit alters her spricht man vom „Tiefen Dunkel des Qingcheng". Sein Hauptgipfel Laoxiaoding ist 1 260 Meter hoch. Im gesamten Landschaftsgebiet gibt es noch weitere 35 Gipfel, acht große Grotten, 22 kleine Grotten und 108 landschaftliche Szenerien.
Qingchengshan ist einer der Entstehungsorte des Daoismus. Im Jahr 143 n. Chr., während der Östlichen Han-Dynastie, kam der Große Meister Zhang Daoling auf den Qingchengshan, um den Daoismus zu verbreiten. Von dieser Zeit an wurde der Berg zu einer Wiege des Daoismus und von den Daoisten als „Fünfter Grottenhimmel" eingeordnet. Zahlreiche daoistische Tempel wurden auf dem Berg errichtet, der wichtigste von ihnen ist der Tianshi-Dong („Grotte des Himmelsmeisters"). Weitere Tempel sind Jianfu-Palast, Shangqing- Palast, Zushi-Halle, Yuanming-Palast, Laojun-Pavillon, Yuqing-Palast und Chaoyang-Höhle. Viele liegen im Vorgebirge des Qingchengshan. Dieses Vorgebirge (Qianshan) ist das hauptsächliche Landschaftsgebiet des Qingchengshan. Der 15 km² große Qianshan ist eine malerische Szenerie mit zahlreichen alten Kulturgütern. Houshan (rückwärtiger Berg) ist mit 100 km² weitaus größer. Seine Hauptsehenswürdigkeiten sind Jinbi Tiancang, die „Grotte der heiligen Mutter" Shenmudong und die „Grotte der weißen Wolken" Baiyun-Qundong, aber auch glitzernde Gewässer, tiefe Wälder, mächtige Berge und bizarre Felsen.
Dujiangyan ist ein bekanntes Wasserbauprojekt aus dem Altertum. Es liegt westlich der Stadt Dujiangyan in der Provinz Sichuan. Im 51 Jahr der Regierung des Königs Zhao von Qin (256 v. Chr.) wurde mit dem Bau des Projektes begonnen. Zu jener Zeit war Li Bing Präfekt der Präfektur Shu. Unter seiner Leitung und der seines Sohnes wurde das große Wasserbauprojekt errichtet, das sich über viele Generationen bis zum heutigen Tage erhalten hat und in Funktion ist. Das Besondere an diesem Bau besteht darin, dass die Wasserströme ohne Zuhilfenahme eines Dammes gesteuert werden. Der wichtigste Bestandteil des Projekts ist ein Wasserkontrollkanal. Dieser besteht aus drei Teilen: Yuzui-Scheidedamm (eine Anlage zur Teilung des fließenden Wassers), Baopingkou (eine Anlage zur Leitung des Wassers) und Feishayan (ein Überlaufkanal). Baopingkou ist eine wunderschöne Naturlandschaft, die den Namen „Weit entfernt speichern und die Schlucht verschließen" erhalten hat. Dujiangyan ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten aus der Geschichte von Shu (altes Reich im Gebiet des heutigen Sichuan).
Website: www.qcs.cn
Touristen-Service
Verkehr
Vom Bahnhofsplatz und von der Busstation Ximen in Chengdu verkehren täglich Touristenbusse nach Dujangyan und Qingchengshan. In der Stadt Dujiangyan gibt es ein Fahrgastzentrum, von dort aus kann man mit der Linie 101 direkt zum Jianfugong im Qingcheng-Qianshan fahren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, mit der Linie 102 nach Daguanzhen an der Südseite des Qingchengshan zu fahren.
Gastronomie
Bekannte regionale Speisen in der Stadt Dujiangyan sind Süßspeise der Familie Ren und Hongmei (rote Aprikosen). Empfehlenswert sind auch die „Vier Besonderheiten des Qingchengshan", nämlich Dongtian-Wein, Qingcheng-Tee, Huhn mit Gingkokernen und Qingcheng-Laopo-Cai (eingelegtes Gemüse) sowie Qingcheng- Laolarou (Pökelfleisch). Auch das in Dujiangyan sehr beliebte Shouzhang-Huhn sollte man ruhig einmal probieren.
Weitere Informationen
Eintrittskarte für Qingchengshan:
Qianshan 90 Yuan
Houshan 40 Yuan

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