Weltkulturerbe in China: Potala-Palast, Jokhang-Kloster und Norbulingka
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Der Potala-Palast und das Jokhang-Kloster befinden sich auf dem 3 700 Meter hohen Roten Berg, der sich mitten aus dem Lhasa-Flusstal erhebt. Bei dem Potala-Palast handelt es sich um ein Gebäude von universellem Charakter, das sowohl religiöse, als auch administrative und politische Bedeutung hat. Er besteht aus dem weißen und dem roten Palast sowie deren Nebengebäuden. Seit dem 7. Jahrhundert diente es dem jeweiligen Dalai Lama als Winterpalast. Er war seit alters her ein Zentrum des tibetischen Buddhismus sowie ein Symbol administrativer Herrschaft. Das mit prächtigem Schmuck versehene prunkvolle Gebäude ist von ausgeprägter Originalität und verschmilzt harmonisch mit der eindrucksvollen Landschaft. Die religiöse und historische Bedeutung, die der Palast besitzt, erhöht noch seinen Charme. Das Jokhang-Kloster ist ein buddhistischer Gebäude-Komplex mit besonderen Merkmalen. Der im 18. Jahrhundert erbaute Norbulingka diente den Dalai Lamas einst als Sommerpalast. Er ist ein Meisterwerk der tibetischen Kunst.
Die Umgebung dieser drei Stätten ist von eindrucksvoller Schönheit und die Bauwerke spiegeln Originalität wider. Hinzu kommt ihre historische und religiöse Bedeutung. Insgesamt bieten sie mit der Schönheit ihrer ornamentalen Kunst einen großartigen Anblick.
Allgemeiner Überblick
Der Potala-Palast liegt im Nordwesten Lhasas, der Hauptstadt des chinesischen Autonomen Gebiets Tibet, auf dem mehr als 3 700 Meter hohen Roten Berg. Unter dem tibetischen König Songzain Gambo (617-650) wurde mit dem Bau des Palastes begonnen. Er nimmt eine Fläche von 410 000 m² ein. Das Hauptgebäude verfügt über dreizehn Stockwerke mit einer Gesamthöhe von 117 Metern. Der Palast ist heute der größte und vollständigste alte Gebäudekomplex im Stil eines Festungspalastes in Tibet. Einst diente er vielen Generationen von Dalai Lamas als Winterpalast. Die gesamte Gebäudeanlage besteht hauptsächlich aus dem weißen und dem roten Palast. Im Weißen Palast, der seinen Namen wegen seiner weißen Außenmauern erhielt, befindet sich die Haupthalle Dongdajian (Große Osthalle). Sie ist der Ort, an dem die Dalais früher ihre wichtigsten Zeremonien abhielten, wie kontemplative Meditation oder Einsetzungsrituale. Im obersten Stockwerk des Weißen Palastes lag die Schlafsuite des Dalai Lama. Dazu gehörten die Audienz-Halle, Empfangsaum und das eigentliche Schlafgemach. Der Rote Palast liegt im Zentrum des Potala-Palastes. Auch sein Name geht auf die Farbe seiner Mauern zurück. Er diente in der Vergangenheit als „Seelenpagode" — für Trauerfeierlichkeiten, für die Aufbahrung der Leichname oder Bewahrung der Asche von verstorbenen Buddha-Inkarnationen. Insgesamt gibt es acht solche „Seelenpagoden". Die größte und älteste unter ihnen ist die des 5. Dalai. In der höchsten Halle des Roten Palastes werden ein meisterhaftes Porträt des Qing-Kaisers Qianlong (1736-1796) und eine Ahnentafel „Zehntausend Jahre" aufbewahrt. Außerdem besitzt der Potala-Palast farbige tibetische Tangkas aus Baumwollstoff und Seide sowie zahlreiche weitere historische Kulturgüter. Auch die Wandmalereien in der großen Halle bieten einen einzigartigen Anblick.
Das Jokhang-Kloster befindet sich im Südosten der Stadt Lhasa. Es stammt aus dem 21. Regierungsjahr Zhenguan der Tang-Dynastie (601). Auf tibetischem Gebiet ist das Kloster das älteste vorhandene Gebäude in Holzbauweise. Sein Baustil besteht zum Teil aus einer Nachahmung des typischen Stils der Tang-Zeit, zum Teil aus einer Vermischung von Han-chinesischen und tibetischen Stilelementen. Das Hauptgebäude des Klosters ist die vier Stockwerke hohe Jingtanghalle. Im ersten Stockwerk befindet sich eine goldene Statue des Buddha Shakyamuni. Das 2. Stockwerk beherbergt Statuen von Songzain Gambo und seiner Ehefrau, der Prinzessin Wencheng. Das dritte Stockwerk ist ein leerer Raum und das vierte Stockwerk besteht aus vier goldenen Dächern. Darüber hinaus sind im Kloster eine Vielzahl von weiteren wertvollen Kulturgütern erhalten geblieben.
Norbulingka befindet sich auf der Westseite des Potala Palastes, etwa zwei Kilometer vom Lhasa-Fluss entfernt. Das Bauwerk, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, diente vielen Dalai Lamas als Sommerpalast. Hier gingen sie ihren Regierungsgeschäften und religiösen Aktivitäten nach. Zu Norbulingka gehören mehrere Tempel und Hallen, zum Beispiel Galsang Phodrang,, Chinese Phodrang und Tadain Mingcho Phodrang. Parkanlagen und Tempelhallen bilden eine harmonische Einheit. Norbulingka ist der vom Ausmaß her größte und schönste Park in Tibet. In seiner Haupthalle befinden sich kunstvoll ausgeführte Wandmalereien. Auch hier werden zahlreiche Kulturgüter und klassische Bücher aufbewahrt.
Touristen-Service
Verkehr
Tibet ist für den inländischen und internationalen Flugverkehr geöffnet. Fluglinien bestehen nach Chengdu, Beijing, Shanghai, Chongqing, Xi'an, Xining, Guangzhou, Kunming und zur nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Vom Flughafen fährt man zwei Stunden mit dem Auto bis zur Stadt Lhasa. Der Staatliche Bahnhof für Fernbusse befindet sich in der Minzu-Str., an die Jinzhu-Str. angrenzend. Von hier aus fahren Busse in alle Richtungen, zum Beispiel in Richtung Osten bis Bayi, Chengdu und Qamdo. in Richtung Westen bis Xigaze, Gyanze und Zham. in Richtung Norden bis Golmud. Innerhalb der Stadt werden häufig Taxis benutzt.
Gastronomie
Das Restaurant North American Noshery in der Beijing-Donglu-Str. in Lhasa ist ein Schnellrestaurant im westlichen Stil. An den Straßen in der Weststadt befinden sich mehrere Sichuan- Restaurants und Feuertopf-Gaststätten, wo man gut essen kann. Unter ihnen ist das Feuertopf-Restaurant „Qingdao" sehr bekannt. In der Beijing-Donglu-Str. gibt es die tibetischen Gaststätten wie Yiwang-Restaurant, Minzu-Restaurant, Puncog-Tibet-Restaurant. Strange Bull Saloon Restaurant und andere, die sauber sind und unverfälschte Speisen anbieten. Der Gast kann Shengroujiang (in Sojasauce eingelegtes rohes Fleisch), Guanxuetang (Blutsuppe), Zhayangpai (gebratenes Hammelfleisch), tibetische Baozi oder Luobodun Maoniurou (geschmortes Yakfleisch) probieren.
Shopping
Zu den regionalen Erzeugnissen Lhasas zählen besonders tibetische Arzneipflanzen wie Dongchong-Xiacao (Chinesischer Raupenpilz), Xuelianhua (Schärtling), die die Durchblutung fördernde Zanghonghua (tibetische Rotblüten) und das fiebersenkende und Sauerstoffmangel ausgleichende Hongjingtian. Am besten kauft man tibetische Arzneimittel in dem Krankenhaus für Tibetische Medizin, das dem Platz des Jokhang-Klosters gegenüber liegt.
Weitere Informationen
Potala-Palast:
Eintrittskarte 100 Yuan,
Öffnungszeiten 9.00 bis 17.00 Uhr
Jokhang-Kloster:
Eintrittskarte 70 Yuan
Öffnungszeiten 8.00 bis 13.00, 14.00 bis 19.00 Uhr
Norbulingka: Eintrittskarte 60 Yuan

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