Weltkulturerbe in China: Die Relikte des Peking-Menschen in Zhoukoudian
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Im Bezirk Fangshan, 42 Kilometer südwestlich von Beijing und westlich von der Ortschaft Zhoukoudian, befindet sich der Longgushan (Drachenknochenberg). Nach wie vor werden hier wissenschaftliche Forschungen durchgeführt. Bis heute entdecken Wissenschaftler hier Spuren des Sinanthropus pekinensis, des Peking-Menschen, der im Mittleren Pleistozäan lebte. Zugleich entdeckt man Gebrauchsgegenstände mannigfaltiger Art sowie Spuren jenes neuen Menschengeschlechts, das 11 000 bis 18 000 Jahre vor unserer Zeitrechnung hier lebte. Die Funde von Zhoukoudian sind nicht nur ein seltenes historisches Zeugnis bezüglich der Geschichte des Menschen in grauer Vorzeit auf dem asiatischen Kontinent, sondern sie erklären auch den Prozess der menschlichen Höher Entwicklung.
Allgemeiner Überblick
Die eine Fläche von 2,4 km² einnehmenden Fundstätten liegen im Norden des Longgushan, in der Ortschaft Zhoukoudian, Bezirk Fangshan, südwestlich von Beijing. Sie sind weltberühmt, seitdem hier in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts relativ vollständige Relikte des Peking-Menschen ausgegraben wurden. Es sind die zahlreichsten, systematischsten und wertvollsten Funde, die den Menschen der Frühsteinzeit (vor 2,5 Mio. bis vor 10 000 Jahren) betreffen.
Zu den Fundstätten im Longgushan gehören acht Plätze mit Kulturresten des Sinanthropus pekinensis und Säugetier-Fossilien. Die ersten Funde wurden von Arbeitern gemacht, die in einem Kalksteinbruch arbeiteten. Der schwedische Geologe Gunnar Andersson (1874-1960) und der österreichische Paläontologe Otto Zdansky begannen im Jahr 1921 in Zhoukoudian in kleinem Maßstab mit Ausgrabungen. 1929 entdeckte der chinesische Archäologe Pei Wenzhong (1904-1982) den ersten vollkommen erhaltenen Schädel eines Peking-Menschen. Das war der solide Beweis für die Existenz des Peking-Menschen und zugleich ein Meilenstein in der Geschichte der paläontologischen Forschung.
Bis zum heutigen Tage umfassen die an dieser Stelle ausgegrabenen menschlichen Fossilien sechs Schädeldecken, 15 Unterkieferknochen, 157 Zähne sowie eine große Menge von Skeletteilen, die zu mehr als 40 verschiedenen Individuen des Peking-Menschen gehörten. Weiterhin wurden Stein- und Knochenwerkzeuge, Hornwerkzeuge und Reste von Feuerstellen entdeckt. Diese Fossilien stellen die materielle Grundlage für die Erforschung der in der Frühzeit der Menschheit erfolgte biologische Evolution und der frühzeitlichen Kulturentwicklung dar. Sie markieren die Evolution zum aufrecht gehenden Menschen. Mit ihrer Entdeckung nahm der Streit darüber, ob der aufrecht gehende Mensch ein Affe oder ein Mensch sei, ein abruptes Ende. So ist Zhoukoudian mit seinen Relikten des Peking-Menschen ein Schatz der uralten Kultur des Menschen.
Website: www.zkd.cn
Touristen-Service
Verkehr
Man kann von Tianqiao aus mit dem Bus Linie 917 bis Zhoukoudian fahren, oder von der Station Xikezhan mit der Linie 616 bis Liangxiang-Ximen und von dort mit dem Kleinbus Nr. 2 (Kreisverkehr) bis Zhoukoudian-Fundstätten (Beijingren-Yizhi).
Gastronomie
Im Gebiet des Fangshan-Berges, wo sich die Fundstätten befinden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, lokale Speisen zu genießen. Dazu gehören Tiebingzi (Pfannkuchen aus Mais- oder Hirsemehl), Menyangrou (geschmortes Hammelfleisch), Liangban Xiangchun (Kalter Surenbaum) und Chrysanthemenwein vom Fangshan-Berg.
Shopping
Im Gebiet der Fundstätten kann man viele Souvenirs kaufen, zum Beispiel Modelle des Kopfes der Peking-Menschen, Ansichtskarten und anderes.
Weitere Informationen
Das Gebiet ist ganzjährig geöffnet.
Öffnungszeiten: 8.30 - 16.30 Uhr (Kein Schließtag)
Eintrittskarte: 30 Yuan.
Info-Telefon: 0086-10-6930 1287 / 6930 1278

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