Weltkulturerbe in China: Ming- und Qing- Grabstätten
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Die Standorte der Ming- und Qing-Gräber beruht auf der Fengshui-Theorie, daher ist ihre Lage sorgfältig ausgewählt worden. Eine große Anzahl der Grabbauten wurde auf kunstvolle Weise unterirdisch angelegt und verkörpert traditionelle Architektur- und Ornament-Ideen. Die Gräber sind durch den Einfluss des Menschen veränderte Naturstätten. Sie stellen eine hervorragende Interpretation des über 500 Jahre alten Welt- und Machtverständnisses des feudalen China dar.
Allgemeiner Überblick
Es handelt sich um einen Komplex von Grabanlagen von Kaisern der Ming-Dynastie (1368-1644) und der Qing-Dynastie (1616- 1911).Dazu gehören die Grabstätten Xiao-Ling, Xian-Ling und die der Ming-Dynastie sowie die drei Grabstätten in Shengjing. Dong- Ling und Xi-Ling der Qing-Dynastie. Die Hauptbauwerke sind vollständig erhalten, sie zeigen heute noch ihr ursprüngliches Aussehen.
Die Dynastien der Ming und Qing spielten in der Geschichte des Grabstättenbaus der feudalen Gesellschaft Chinas eine herausragende Rolle. Der erste Kaiser der Ming-Dynastie, Zhu Yuanzhang (1328-1398), führte eine bedeutende Reform des Grabstättensystems durch. Den bis dahin oberirdisch angelegten geschlossenen, quadratischen Erdhügel (in Form eines umgestülpten Dou-Maßes) ließ er durch eine runde bzw. ovale Form ersetzen; er schaffte die Grabkammern ab und erweiterte den Bau von Hallen für Opferzeremonien. Er war der Begründer des Grabsystems für die Kaiser von zwei Dynastien. Nach seinem Tod wurde er im Xiao-Ling beigesetzt, einem Ort in der Provinz Jiangsu, östlich der Stadt Nanjing.
Die Grabstätte Xian-Ling der Ming liegt in der Provinz Hubei, im Osten der Stadt Zhongxiang. Es ist die gemeinsame Grabstätte der Eltern des Kaisers Jiajing (1507-1566), ein typisch chinesisches Kaisergrab. Seine Originalität liegt vor allem in der Tatsache, dass die beiden hier beigesetzten Fürsten zu ihren Lebzeiten nicht einen Tag lang auf dem Kaiserthron saßen. Es handelt sich um ein Fürstengrab, dass Kaiser Jiajing entsprechend der Bauweise der Ming- Kaisergräber umbauen ließ. Solch ein vom Fürstengrab zur kaiserlichen Grabstätte umgewandeltes Doppelgrab ist in der Welt einmalig.
Die Dreizehn Gräber aus der Ming-Dynastie liegen im Norden des Beijinger Bezirkes Changping, am Fuße des Tianshoushan- Berges. An den Gräbern baute man von 1409, als das Chang-Ling- Grab angelegt wurde, bis zum Ende der Ming-Dynastie im Jahre 1644, als Kaiser Chongzhen im Si-Ling bestattet wurde. Nachdem die Hauptstadt der Ming nach Beijing verlegt worden war, hat man insgesamt mehr als 230 Jahre lang an den Grabstätten von Shisanling gearbeitet, wo dreizehn Kaiser bestattet wurden. Mit etwa 120 000 m² ist das Chang-Ling die größte Grabstätte.
Die Qing-Dynastie folge den Gepflogenheiten der Ming, maß jedoch dem Zusammenspiel von Park-Grabstätten mit den Bergen und Gewässern der umgebenden Landschaft noch mehr Gewicht bei. Für die Qing war es wichtig, die Kaiser entsprechend der Generationenfolge zu bestatten. Außerdem stellten sie eine komplette Ordnung der Grabstätten der Kaiser, Kaiserinnen und Konkubinen auf. Sie vervollkommnten und rationalisierten das Grabstättensystem.
Shengjing-Sanling liegen in der Stadt Shenyang, Provinz Liao- ning (Shenjing ist eine alte Bezeichnung für Shenyang). Es ist die Grabstätte von drei Qing-Kaisern, die einst die Grundlage für die Gründung der mandschurischen Qing-Dynastie schufen. Dazu gehören die Grabstätten Fu-Ling, Zhao-Ling und Yong-Ling.
Die Qing-Grabstätte Dong-Ling in der Stadt Zunhua, Provinz Hebei, besteht aus 15 Gräbern. Der „Seelenweg" zu der Grabanlage misst 14 500 Meter. Dong-Ling ist in China der heute noch existierende mächtigste und von der Systematik her vollkommenste kaiserliche Grabstättenkomplex.
Die Qing-Grabstätte Xi-Ling liegt im Kreis Yi in der Provinz Hebei. Sie ist eines der am besten erhaltenen Gräberkomplexe in China und zugleich die letzte feudale Grabstätte der chinesischen Kaiser.
Website von Xian-Ling (Ming): www.zgmxl.com
Website von Dong-Ling (Qing): www.qingdongling.com
Website von Xi-Ling (Qing): www.qingxiling.com
Website von Shisan-Ling (Ming): www.mingtombs.com
Touristen-Service
Verkehr
Qing-Dongling ist von Beijing aus über die Schnellstraße zu erreichen, und zwar über Yanxiao, Sanhe, Jixian, Mashenqiao und Zunhua, dort biegt man am Shimen (Steintor) nach links ab und nach 1,5 Kilometern hat man den Eingang zur Grabstätte erreicht. Außerdem gibt es an der Xuanwumen-Kirche Sonderbusse für Touristen, die direkt zum Zielort fahren.
In der Stadt Jingmen fahren vom Bezirk Zhongxiang aus Busse zum Ming-Xian-Ling, auch Taxen fahren zu der Grabstätte.
In Nanjing fährt man mit der Linie 20 oder mit den Touristenlinien 2 oder 3 bis Ming-Xiao-Ling.
Weitere Informationen
Das Gebiet Ming-Xiang-Ling ist ganztägig geöffnet.
Info-Telefon: 0086-724-4217 387
Ming-Xiao-Ling ist geöffnet von 7.00 bis 18.00 Uhr
Info-Telefon: 0086-25-8443 1991
Ming-Shisan-Ling ist normalerweise ganzjährig geöffnet.
Die Öffnungszeiten sind jedoch je nach Saison unterschiedlich
Info-Telefon: Ding-Ling (Grabstätte) 0086-10-6076 1424
Chang-Ling: 0086-10-6076 1888
Shen-Straße. (Seelenweg): 0086-10-8974 9383
Zhao-Ling: 0086-10-6076 3104

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