Weltkulturerbe in China: Longmen-Grotten
Bewertung durch die Welterbe- Kommission
Die Felsengrotten und buddhistischen Gebetsnischen sind von der Spätperiode der Nördlichen Wei-Dynastie an bis zur Tang-Dynastie (493-907) angelegt worden. Hinsichtlich ihrer Ausmaße und Formgestaltung sind sie von höchster künstlerischer Qualität. Die lebendig gestalteten buddhistischen Kunstwerke zeugen vom außergewöhnlichen Können der chinesischen Steinschnitzkünstler.
Allgemeiner Überblick
Die Longmen-Felsengrotten befinden sich 13 Kilometer südlich der Stadt Luoyang. in der Provinz Henan. Zur Zeit des Königs Xiaowen der Nördlichen Wei-Dynastie (471-499) wurde mit der Bearbeitung der Felsen begonnen, und 400 Jahre lang setzte man das Werk fort. Zusammen mit den Felsengrotten von Dunhuang in Gansu und den Datong-Grotten in Shanxi bilden die Longmen- Grotten Chinas drei große Schatzkammern der Steinschnitzkunst.
Die Grotten von Longmen ziehen sich an den Felswänden zu beiden Seiten des Yishui-Flusses, am östlichen und am westlichen Ufer, entlang. Sie haben eine Nord-Süd-Ausdehnung von einem Kilometer. Heute existieren hier 100 000 Buddha- Statuen, von denen die größte 17,14 Meter, die kleinste nur zwei Zentimeter misst. Es gibt mehr als 2 300 Grotten und Gebetsnischen. Mit der großen Zahl von 2 680 Inschriften sind die Longmen- Grotten weltweit unübertroffen.
Man könnte Longmen als ein großes Museum der Steinschnitzkunst bezeichnen. In diesem Sinne sind die mittlere Binyang-Grotte, das Fengxian-Kloster, die Wanfou-Grotte und die Guyang-Grotte besonders charakteristisch.
Die mittlere Binyang-Grotte ist eine von drei Binyang-Grotten, eine Vertreterin der Steinschnitzkunst der Nördlichen Wei-Dynastie (386-534). Zu ihrer Fertigstellung benötigte man 24 Jahre, die längste Zeit für solche Steinschnitzarbeiten überhaupt. Innerhalb der Grotte gibt es elf große Buddhastatuen. Die Hauptstatue des Buddha Sakyamuni hat eine schmale Nase und große Augen. Über ihm An der Decke der Grotte schweben über ihm geschnitzte Apsaras, Das alles deutet eindeutig auf Einflüsse der zentralasiatischen Kunst bzw. der Kunst Westchinas hin.
Das Fengxian-Kloster ist in Longmen die größte Grotte aus der Tang-Zeit (618-907). Sie misst jeweils 30 Meter in der Länge und Breite. In der Mitte der Grotte befindet sich die Statue des Buddha Lushena. Mit 17,14 Metern ist dies die größte Buddhastatue in Longmen. Allein die Ohren des Buddhas sind 1,9 Meter lang. Die Gestalt der Statue ist üppig, der Faltenwurf der Kleidung natürlich und lebensecht.
Die Zehntausend-Buddha-Grotte (Wanfou- Grotte) ist cirka 500 Meter lang. Sie beherbergt mehr als 15 000 ganz unterschiedliche Buddha- Figuren, einige von ihnen sind nur ein paar Zentimeter hoch. Auch diese Figuren wirken alle sehr natürlich und lebendig.
Mit dem Bau der Guyang-Grotte wurde während der Nördlichen Wei-Dynastie (386- 534) begonnen. Sie ist unter den Longmen-Grotten diejenige, die am frühesten gebaut wurde. Sie ist besonders reich ausgeschmückt. In der Grotte befinden sich kleine buddhistische Gebetsnischen, die mit prächtigen Gegenständen und feinen Steinschnitzereien ausgestattet I sind. Außerdem gibt es noch zahlreiche Inschriften. Neunzehn von ihnen sind wegen ihrer auserlesenen Kalligraphie-Kunst aus der Nördlichen Wei-Periode weltberühmt.
Touristen-Service
Verkehr
Der Flughafen Luoyang liegt zehn Kilometer nordwestlich der Stadt. Es gibt zahlreiche Inland-Fluglinien zwischen Luoyang und Guangzhou, Chengdu, Dalian und anderen Städten. Die Nationalstraßen 207 und 310 berühren Luoyang. Innerhalb der Stadt kann man mit den Linien 53,60 und 81 das Grottengebiet erreichen.
Weitere Informationen
Eintrittskarte für Longmen-Grotten, Baiyuan (Baijuyi-Grab) und Xianshan-Tempel: 80 Yuan
Öffnungszeiten: 7.00-18.00 Uhr

Bestpreisgarantie

