Weltkulturerbe in China: Die alte Stadt Lijiang
Bewertung durch die Welterbe- Kommission
Die alte Stadt Lijiang ist trotz des unwegsamen Geländes, in dem sie sich befindet, von alters her ein wirtschaftlich und strategisch wichtiger Ort gewesen. Das altertümliche Antlitz der Stadt ist vollständig erhalten oder wurde restauriert.. Tatsächlich haben die Gebäude der alten Stadt die Einsetzungszeremonien zahlreicher Dynastien erlebt, Wind und Wetter getrotzt und die kulturellen Eigenheiten mehrerer Nationalitäten aufgenommen. Die alte Stadt Lijiang ist daher weithin bekannt. In Lijiang wird heute noch das altertümliche Wasserversorgungssystem benutzt, das horizontal und vertikal verlaufend ineinander greift und effektiv, kunstvoll und einmalig ist.
Allgemeiner Überblick
Die alte Stadt Lijiang liegt in der südwestchinesischen Provinz Yunnan. im Zentrum der Lijiang-Ebene. und ist Teil der heutigen Stadt Lijiang. Das alte Lijiang. das auch Dayandian genannt wurde, gehört zu den vier am vollständigsten erhaltenen, großen altertümlichen Städten Chinas. Außerdem ist Lijiang die einzige der kulturhistorisch bedeutenden alten chinesischen Städte, die keine Stadtmauern besitzt und über bemerkenswerte nationale Besonderheiten verfügt. Die alte Stadt entstand im späten 13. Jahrhundert auf der Yunnan-Giuzhou-Hochebene. Sie liegt mehr als 2 400 Meter über dem Meeresspiegel und bedeckt eine Fläche von 3,8 km². Heute hat die alte Stadt über 25 000 Einwohner, von denen die übergroße Mehrheit der Naxi- Nationalität angehört.
Da drei Flüsse durch die alte Stadt fließen, wird sie auch.Wasserdorf auf der Hochebene" genannt. Die Mehrzahl der Gebäude wurde den Flussufern folgend gebaut, so dass die Häuser an den Flüssen entlang einen langen Gang von Ziegelgebäuden bilden.. Einige Gebäude wurden am Berg errichtet. Da die natürliche Form des Berges in einem wellenförmigen Auf und Ab verläuft und die Architektur diesen Landschaftswellen folgt, scheinen die Gebäude verstreut zu liegen, bilden aber dennoch ein einheitliches Ganzes. Die gesamte alte Stadt sieht aus wie ein aus den drei Teilen Berg. Wasser und Architektur bestehendes einheitliches System. Die Wohnhäuser in der alten Stadt haben zum großen Teil eine über 100-jährige Geschichte. Sie sind vollständig in Handarbeit aus Lehm und Holz errichtet. Architekturstile der Han. Bai, Yi und der Tibeter sind beim Bau zusammen geflossen. Die Gebäude sind mit horizontalen Spruchtafeln und paarig angebrachten steinernen Gedenktafeln geschmückt. Sie spiegeln den Einfluss sehr vieler Regionen auf das ästhetische Empfinden der Naxi wider. Die Strasse Sifang-Jie ist das Zentrum der alten Stadt Lijiang. Die gesamte Straße ist mit farbigem Steinpflaster belegt, so dass die Straße eben und glatt ist. Geschäfte und Gasthäuser säumen die beiden Straßenseiten. In der alten Stadt Lijiang existieren heute noch 354 Brücken, die zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert errichtet wurden. Unter ihnen ist die im Osten der Sifang-Jie befindliche 100 Meter lange große Steinbrücke etwas ganz Besonderes. Man nennt sie auch „Brücke des Widerscheins des Schnees", denn im Wasser unterhalb der Brücke spiegelt sich der verschneite Yulong-Berg, der nordwestlich des Lijiang-Flusses emporragt.
Als berühmte Stadt der alten chinesischen Geschichte und Kultur hat Lijiang in hohem Maße die Dongba-Kultur und die alte Musik der Naxi bewahrt. Die Dongba-Kultur ist die traditionelle Kultur der Naxi. Die Dongba-Schrift ist die einzige Bilderschrift, die in der Welt bis heute lebendig geblieben ist. Die Naxi-Guyue ist eine im Volk der Naxi überlieferte altertümliche Musik. Zu dieser Musik gehören unter anderem auch Ci-Gedichte und Qu-Lieder aus der Tang- Dynastie (618-907) und der Ming-Dynastie (1368-1644). Man spricht deshalb auch von der alten Stadt Lijiang als einem „Lebendigen Musik-Museum".
Touristen-Service
Verkehr
Zwischen Kunming und Lijiang verkehren täglich mehrere Flüge, außerdem gibt es mehr als 20 Bus-Linien. Zwischen Shangri-La und Lijiang verkehren ebenfalls Sonderbusse. Innerhalb der alten Stadt Lijiang ist es sehr angenehm, zu Fuß zu gehen. Man kann aber auch mit dem Taxi fahren. In der Stadt Lijiang gibt es auch einen Mietwagen-Service, der allerdings auf das bergige Gelände begrenzt ist.
Gastronomie
Die Küche von Lijiang ist sehr wohlschmeckend, ganz besonders die Suppen, Brühen und Tees. Typische Vertreter dieser Küche sind Duncai-Ludou-Dunzhudu (Geschmorter Kohl, grüne Bohnen und geschmorter Schweinemagen), Yundou-Dunzhujiao (Yun-Bohnen mit geschmorten Schweinefüßen). Dunshiji- aru Tianma (Geschmortes mit Gastrodia elata) und andere Zutaten und „altertümliche Suppen". Der Geschmack dieser Suppen ist frisch und delikat. Zu den regionalen Happen gehören außerdem Ji-Wandou-Fen (Hühner- Erbsen-Glasnudeln) und Lijiang-Baba (Kristiger Reis).
Shopping
Die alte Stadt Lijiang ist ein wichtiger Warenumschlagplatz und eine Produktionsstätte von Kunsthandwerk im Nordwesten der Provinz Yunnan. Die Sifang-Straße in der alten Stadt besitzt sehr lange Traditionen als alter Handelsplatz. In den kleinen Gassen gibt es zahlreiche kleine Läden für Kunsthandwerk, zum Beispiel Kunpai-Kunsthaus. Xiongdi Kunstraum, Juyi-Galerie. Bunongling und Dongba-Manufaktur. Besucher können hier nicht nur Waren auswählen und kaufen, sondern auch den gesamten Herstellungsprozess der Erzeugnisse des Kunsthandwerks beobachten.
Weitere Informationen
Touristen können die Dongba-Zeremonien des Ahnenopfers besuchen, die Dongba-Bilderschrift. die Dongba-Papierherstellung und -Weinproduktion und andere alte Sitten und Gebräuche kennenlernen. Übrigens sollte man die alte Stadt Lijiang nicht verlassen, ohne die alte Musik der Naxi gehört zu haben.

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