Weltkulturerbe in China: Der Wohnsitz des Konfuzius, der Konfuzius-Tempel und der Konfuzius-Wald in Qufu
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Der große Philosoph, Politiker und Lehrer Konfuzius lebte im 6. und 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung während der Frühling- und Herbst-Periode in China. Tempel, Grab und ehemaliger Wohnsitz des Konfuzius befinden sich in Qufu in der Provinz Shandong. Der Konfuzius-Tempel wurde im Jahr 478 v. Chr. zur Erinnerung an den großen Gelehrten errichtet. Seit Jahrtausenden ist er immer wieder verfallen und immer wieder aufgebaut worden. Heute gehören zu dieser Anlage bereits über einhundert Tempelhallen. Im Konfuzius-Wald befinden sich nicht nur das Grab des Konfuzius, sondern auch die Gräber seiner Nachkommen. Mehr als 100 000 Menschen sind hier begraben. Das anfangs sehr kleine Wohnhaus des Konfuzius ist im Laufe der Zeit immer mehr erweitert worden. Heute ist es ein großer herrschaftlicher Wohnsitz mit 152 Hallen. Dieser Komplex alter Gebäude in Qufu ist von einer ganz besonderen künstlerischen und historischen Eigenart, die sich aus der mehr als 2000 Jahre währenden tiefen Konfuzius- Verehrung durch die Kaiser und Könige vieler aufeinanderfolgender chinesischer Dynastien ergibt.
Allgemeiner Überblick
Konfuzius-Miao, der Ahnentempel des Konfuzius (551-479 v. Chr.), die Grabstätten des Konfuzius und seiner Nachkommen, Konfuzius-Wald genannt, und die Konfuzius-Residenz - das ist ein großer Gebäude-Komplex mit fast 1 000 Bauwerken in der Stadt Qufu, Provinz Shandong.
Konfuzius ist der große Philosoph, Politiker und Lehrer des chinesischen Altertums. Die von ihm geschaffene konfuzianische Lehre übte starken ein Fluss sowohl auf die Kultur Ostasiens als auch auf die europäische Aufklärung aus.
Die Konfuzius-Residenz ist die Wohnstätte, die von den Nachkommen des Konfuzius bewohnt wurde. Sie wurde in der Song- und Jin-Zeit (960-1234) erbaut. Im zehnten Jahr des Ming-Kaisers Hongwu (1377) errichtete man sie an dem heutigen Standort. Diese Residenz („Kong-Fu") ist ein klassisches Landgut feudaler adliger Gutsbesitzer. Es besteht aus mehr als 480 Räumen, Sälen und Hallen verschiedenster Art. Neben den kaiserlichen Wohnsitzen der Ming (1368-1644) und der Qing-Dynastie (1616- 1911) ist dies die größte Wohnstätte in China. Das Archiv der Residenz beherbergt über 60 000 Dokumente und Urkunden aus der Ming- und Qing-Periode. Es ist Chinas reichhaltigstes und ältestes Privatarchiv - eine riesige Schatzkammer voll von kulturellen Schätzen.
Der im Zentrum der Stadt Qufu gelegene Konfuzius-Tempel ist eine Stätte zum Gedenken an den großen Gelehrten. Unter den in Asien vorhandenen mehr als 2 000 Konfuzius-Tempeln ist dieser der älteste, größte und von der Form her typischste. Er besteht aus einem Komplex von stattlichen Bauwerken im ostasiatischen Architekturstil. Heute sind noch über 100 Gebäude mit mehr als 460 Räumen vorhanden. In der Mitte der Haupthalle Dachengdian befindet sich eine Götterstatue des Konfuzius. Im Tempel gibt es außerdem 1 044 geschnitzte Gedenktafeln aus dem historischen Zeitraum von 149 v. Chr. bis 1949, bei denen es sich um wertvolle historische Dokumente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kunst handelt. Erhalten haben sich auch viele Steinschnitzereien. Relativ bekannt sind die Steinporträts aus der Han-Zeit (206 v. Ch.-220 n.Ch.), Steinsäulen mit Schnitzereien und Gravuren aus der Ming- und Qing- Zeit (1368-1911) sowie geschnitzte Bilder des wandelnden Konfuzius aus der Ming- Zeit (1368-1644).
Der Konfuzius-Wald („Konglin" oder „Zhishenglin") liegt einen Kilometer nördlich von Qufu. Hier sind die Grabstätten von Konfuzius und seinen Nachkommen. An diesem Ort, der seit 2500 Jahren als Begräbnisplatz genutzt wird, befinden sich mehr als 100 000 Grabstätten der Konfuzius-Nachkommen. Es ist der weltweit am längsten benutzte und größte Familienfriedhof. Die Fläche des Konglin nimmt zwei Millionen m2 ein. In der Mitte erhebt sich das Grabmahl des Konfuzius, das von hohen alten Bäumen umrahmt wird. Der „Seelenweg" bis dorthin misst 1 266 Meter. Die ganze Anlage ist einem natürlichen botanischen Garten ähnlich.
Touristen-Service
Verkehr
Die Eisenbahnstrecke Beijing-Shanghai und die Nationalstrassen 327 und 104 führen direkt nach Qufu. Konfuzius-Residenz und Konfuzius-Tempel befinden sich nur 50 Meter vom Fernbus-Bahnhof entfernt. 1 300 Meter hinter dem rückwärtigen Tor der Konfuzius-Residenz liegt der Konfuzius-Wald, man kann ihn zu Fuß oder mit einem Mietwagen erreichen.
Gastronomie
Die Esskultur von Qufu ist eng mit Konfuzius verbunden. Die Speisen in der Konfuzius- Residenz sind die klassischen Gerichte eines Beamten-Sitzes. Bei einem Festessen in der Residenz sind die vielen kulturellen Detail-Informationen, die mit den Speisen verbunden sind, die eigentliche Attraktion. Die Gerichte tragen solche Bezeichnungen wie „Ente der Unsterblichkeit", „Seegurken-Happen", „Jungfisch-Flossen", „Der Herrscher verlässt die Konkubine", „Stickige Holzkohle im Schnee", „Acht Unsterbliche überqueren das Meer und stören den Lohan", „Dörrfleisch der Konfuzius-Schule", „Mandarinfisch" und „Doufu-Happen". Typische Gerichte sind in Qufu geräucherter Doufu und Hongfu-Gebäck.
Shopping
Bekannte regionale Produkte sind die „Drei Kostbarkeiten von Qufu" (Qufu-Duftreis, Guotan-Aprikosen und Mineralwasser) und die „Fünf Luzhong-Einmaligkeiten" (Wein der Kong- Familie, in Kaishu-Normalschrift geschnitzte Ruyi-Symbole, wollene Teppiche, Drachenkopf- Stöcke, und Lushan-Tüschesteine).
Weitere Informationen
Öffnungszeiten: 8.00 - 17.00 Uhr
Info-Telefon: 0086-537-4712 133

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