Weltkulturerbe in China: Tiantan – Himmelstempel
Bewertung durch die Welterbe-Kommission
Der Himmelstempel Tiantan wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Er befindet sich inmitten der kaiserlichen Gärten in Beijing. Er ist eine von alten Kiefern umgebene, gut erhaltene Tempel-Anlage. Sowohl die Gesamtanlage als auch jedes einzelne Gebäude symbolisieren die Beziehung zwischen Himmel und Erde, die in der Weltanschauung des alten China eine zentrale Stellung einnahm. Zugleich verkörpern diese Bauwerke die einzigartige Stellung des Kaisers in dieser Beziehung.
Allgemeiner Überblick
Der Himmelstempel Tiantan befindet sich im Südosten von Beijing, Im 18. Regierungsjahr des Ming-Kaisers Yongle (1420) wurde der Grundstein gelegt. Unter dem Ming-Kaiser Jiajing (1522-1566) und in der Zeit des Qing-Kaisers Qianlong (1736-1795) wurden die Arbeiten an der Anlage fortgeführt. Die Gesamtfläche beträgt 2,73 Mio. m2. Dies ist der Ort, an dem die Kaiser von zwei Dynastien, der Ming-Dynastie (1368-1644) und der Qing-Dynastie (1616-1911) dem Himmel Opfer darbrachten. Unter den zahlreichen Bauwerken für Opferzeremonien ist der Tiantan-Tempel der typischste. Er ist nicht nur in China, sondern auch weltweit der größte Altar- und Tempel-Komplex, der überdies über die meisten bestens erhaltenen historischen Güter verfügt.
Das Gelände des Himmelstempels ist von zwei Mauern umgeben, die den inneren und den äußeren Tempelbereich bilden. Die Gebäude sind in Form des chinesischen Schriftzeichens angelegt. Die beiden Tempelmauern sind im Norden rund und im Süden eckig gebaut, ein Symbol für den „Ort des Himmelrunds".
Die „Brücke der roten Palaststufen" bildet die Hauptachse der Tiantan-Gebäude, sie ist 360 Meter lang, 28 Meter breit und 2,5 Meter hoch. Sie verbindet das Gelände des Huanqiutan (Himmelsaltar) im Süden mit dem Qigutan (Altar der Ernteopfer) im Norden. Innerhalb des Huanqiutan sind die Hauptgebäude Huanqiu und Huangqiuyu. Innerhalb des Qigutan-Geländes sind die Hauptgebäude Qiniandian (Halle des Ernteopfers), Huangqiandian und Qinianmen. Der Huanqiu-Altar ist ein Meiserwerk alter chinesischer Steinarchitektur, hier wurden große Zeremonien abgehalten, in deren Verlauf der Kaiser dem Himmel opferte und um Regen betete. Dieses Bauwerk besteht aus einer fünf Meter hohen, mit blauen Steinen gepflasterten kreisförmigen Steinterrasse mit drei Ebenen. Qiniandian ist die Haupthalle des Tiantan, ein heiliger Ort, an dem der Kaiser im ersten Frühlingsmonat das Ernteopfer darbrachte. Die Halle ist 32 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 30 Metern. Das in seiner Form an einen geschlossenen Schirm erinnernde Dach verfügt über drei Etagen. Die blauen Dachziegel und roten Säulen lassen das Gebäude weithin leuchten.
Innerhalb des Himmelstempels findet man große Flächen mit Bäumen und reichem Pflanzenbestand. Der Park ringsum ist von besonderer Schönheit und wird deshalb „Harmonie des Himmelssohnes" genannt.
Website: www.tiantanpark.com
Touristen-Service
Verkehr
In Beijing fährt man mit den Linien 6, 34, 35 oder 106 bis zum Nordtor des Himmelstempels. Mit den Linien 120 und 122 erreicht man das Südtor. Die Linie 729 fährt zum Westtor und Linie 43 zum Osttor des Himmelstempels.
Shopping
Vor dem Osttor des Himmelstempels befindet sich der bekannte Hongqiao-Markt, wo man hauptsächlich Perlen, Taschen, Koffer und Armbanduhren verkauft. Vor dem Nordtor liegt das Yuanlong- Seidenkaufhaus, in dem Seidenwaren aller Art angeboten werden. Besucher können sich hier einen Bummel gönnen.
Weitere Informationen
Eintrittskarte:
In der Nebensaison 10 Yuan
In der Hauptsaison 15 Yuan
Öffnungszeiten des Parkgeländes: 6.00 bis 21.00 Uhr
Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten: 8.00 bis 19.30 Uhr
Info-Telefon: 0086-10-6702 8866














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