Chinas Gärten: Yangzhou
Yangzhou befindet sich in der Mitte der Provinz Jiangsu und am Zusammenfluss des Changjiang-Flusses und des Großen Kanals zwischen Beijing und Hangzhou. Die 2500 Jahre alte Stadt Yangzhou gehört zu den ersten Städten, die vom Staatsrat der VR China das Prädikat „historisch und kulturell berühmte Stadt" und „beste Reisestadt" erhielt. Seit der Inbetriebnahme des Großen Kanals in der Sui-Dynastie (581-618) hat sich Yangzhou allmählich zu einem Verkehrsknotenpunkt von Land und Wasser, zum Zentrum des Salztransportes, zur Metropole Nr. 1 in Südchina und zu einer bekannten Reisestadt entwickelt.
Yangzhou ist reich an touristischen Ressourcen: Dazu gehören der älteste Kanal in China, die Mausoleen der Kaiser der Han- und Sui-Dynastie, die Ruinen der alten Stätten der Tang-und Song-Dynastie und die Privatgärten aus der Ming-und Qing-Zeit. Die Stadt ist bekannt für ihre kunsthandwerklichen Arbeiten wie Lackarbeiten, Jadeprodukte, Scherenschnitte, Samtblumen, Palastlaternen, Stickereien.
Die verkehrsgünstigen Voraussetzungen haben Yangzhou zum Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs in der Provinz Jiangsu gemacht. In der nahen Zukunft wird sich Yangzhou zu einer Gartenstadt verwandeln, in der der Garten in der Stadt und die Stadt in dem Garten gehüllt ist. Die Stadt schreitet in der Wechselwirkung der alten Kultur und der modernen Zivilisation voran.
Hauptgärten in Yangzhou
Der Schlanke Westsee in Yangzhou
Der Schlanke Westsee ist ein touristisches Gebiet der Klasse AAAA auf der Staatsebene. Er liegt im westlichen Vorort Yangzhous, war eigentlich der Baozhang-Fluss, ein natürlicher Wasserlauf, der vom Berg Shugang in den Großen Kanal mündete. Schon während der Periode der Qing-Kaiser Kangxi und Qianlong hieß es im Vers: „Auf beiden Ufern stehen Blütengehölze und Weiden direkt am Wasser, und Häuser und Terrassen säumen den Weg bis zum Berg." Bauwerke über dem See und um den See vereinigen die Anmut der Gartenarchitektur in Südchina mit der Stattlichkeit solcher Bauten in Nordchina in sich. Der See bzw. um den See ist durchsät von Sehenswürdigkeiten: die gewundene Wasserfläche im Westgarten, der lange Deich, die Frühlingsweiden, die von Nebel und Regen verschleierten vier Brücken, der Xuyuan-Garten, der Kleine Goldberg, die Terrasse zum Fischangeln, die Brücke mit Fünf Pavillons, die Weiße Pagode, die Landschaftszone mit 24 Brücken, die Landschaftsstelle mit Steinmauern und Bachen. Der Besucher wird sich des Eindruckes nicht erwehren, eine chinesische Landschaftsmalerei vor sich entrollt zu haben.
Im Vergleich zum Westsee in Hangzhou weist der Schlanke Westsee in Yangzhou mehr Zierlichkeit auf. Der 300 000 m2 große See erstreckt sich in einer Länge von 4,3 km, an dessen Ufern diverse Bauwerke angesiedelt sind.
Die Brücke mit Fünf Pavillons ist eine Steinbrücke über dem Schlanken See, erbaut 1757 (das 22. Regierungsjahr des Qing-Kaisers Qianlong). Sie ist 5,8 m hoch, 58 m lang und 18,6 m breit. Auf der Brücke stehen fünf Pavillons. Der Pavillon in der Mitte ist am höchsten, die beiden Pavillons jeweils in Süd und Nord sind symmetrisch angelegt. Die eigenartige, wohldurchdachte Konstruktion gilt als Rarität im chinesischen Gartenbau. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Yangzhou.
Reiseservice
Verkehr: Mit den Reisebuslinien 1 und 2 sowie mit den Buslinien 1, 4, 5, 6,16 und 18.
Te.l: 0086-514-87342901
Öffnungszeiten: Täglich von 7.30-18.00
Website: www.shouxihu.com
Reisetipps
Es ist sehr zu empfehlen, dass der Tourst den langen Deich der Frühlingsweiden, den Kleinen Goldberg, den Xuyuan-Garten, das Mondkloster, die Terrasse zum Fischangeln, die Weiße Pagode, die Brücke mit Fünf Pavillons sowie die Landschaftszone mit 24 Brücken besucht.
Der Heyuan-Garten in Yangzhou
Der Garten ist, gelegen an der Südstraße Xuningmen 77 in Yangzhou, als „Bergsitz Jixiao" bekannt. Erbaut in der Periode des Qing-Kaisers Guangxu (1874-1908), ist er ein der Gärten neueren Datums in Yangzhou. Sein eigentlicher Besitzer, der Magistratsbeamte He Zhidao für das Gebiet Hanhuangde Dao in der Provinz Hubei, baute nach seinem Rücktritt diesen Garten in Yangzhou und bezeichnete den Garten als „Bergsitz Jixiao" Das chinesische Schriftzeichen (ji) heißt sinngemäß „etwas Ausdruck verleihen" , (xiao) heißt sinngemäß „laut rufen" . Er entnahm diese zwei Wörter aus einem Artikel von Tao Yuanming (einem Einsiedler) und wollte damit wohl zum Ausdruck bringen, dass er in seinem Bergsitz seinen Launen freien Lauf lassen könnte.
Der 7000 m2 große Heyuan-Garten umfasst den Hintergarten, den Wohnkomplex und die Pianshi-Bergvilla. Das besondere Merkmal dieses Gartens besteht darin, dass eine Vielfalt von miteinander verbundenen Bauwerken um den Teich herum angesiedelt sind, die sich in einer Länge von mehr als 430 m erstrecken. Ein Rundgang um den Teich durch einen gewinkelten Korridor erweckt beim Besucher den Eindruck, als ob der Raum unendlich groß wäre.
Der Garten ist in zwei Teile unterteilt. Die Bootshalle und die Päoniehalle bilden den Ostteil. Nördlich der Bootshalle heißt ein Bau mit dem schönen Namen „Phönix blickt auf die Sonne", wo einst weibliche Gäste bewirtet wurden. Dem Bau war ein Fischteich hinzugefügt. Der im Fischteich stehende Pavillon diente auch als Theater. Als Zuschauerraum benutzte man den Korridor. Die Schmetterlingshalle ist das Hauptgebäude des Gartens, wo männliche Gäste bewirtet wurden. Mit seinem formreichen künstlichen Bergen, bizarren Steinen, alten Bäumen und Blumen in jeder Jahreszeit bietet der Garten dem Besucher all Zeit Szenerien der Augenweide.
Der Heyuan-Garten zeichnet sich auch durch Zickzackpfade und gewundene Gänge aus. Die Wohnhöfe zeigen eine Kombination des chinesischen und westlichen Stils. Luo Zhewen, ein namhafter Experte der klassischen Architektur Chinas lobte den Heyuan-Garten mit den Worten: „Die Gesamtanordnung des Gartens ist kompakt, die Baulichkeiten sind in der Dichte angemessen verteilt, wobei der Nordgarten die Krönung ist". Er bezeichnete diesen Garten als ein „einziges Beispiel unter den Gärten in Südchina".
Reiseservice
Verkehr: Die Reisebuslinien 1 und 2 sowie die Buslinie 19 fahren dorthin
Tel.: 0086-514-87239626
Öffnungszeiten: Täglich von 7.30-18.00 (Hochsaison), von 7.30-17.30 (Nachsaison)
Website: www.he-garden.net
Der Geyuan-Garten (Garten des Halben Bambus) in Yangzhou
Gelegen östlich der Stadt Yangzhou blickt der Geyuan-Garten südlich auf die Dongguan-Straße, eine alte Gasse, und nördlich auf den östlichen Abschnitt der Yanfu-Straße - einen Landschaftsgürtel im Bereich der Innenflüsse. Er diente Huang Zhijun, der 1818 (23.Regierungsjahr des Qing-Kaisers Jiaqing) Kommissar für Salztransport im Raum des Huaihe-Flusses war, als Residenz. Heute findet der Garten, repräsentativ für Privatgärten in Yangzhou, aufgrund seiner eigenartigen Konstruktion und seines hohen Kunstniveaus großen Zuspruch.
Der Anfang des Gartens reichte in die Ming-Dynastie zurück. Während der Perioden der Qing-Kaiser Jiaqing und Daoguang baute Huang Zhijun auf dem alten Sitz den Garten. Der Name des Gartens bezieht sich auf eine Formulierung des bekannten Literats Su Dongpo. Er sagte sinngemäß: „Man kann beim Essen auf Fleisch verzichten, aber keinesfalls ohne Bambus wohnen." So kam man zu dem Namen des „Halben Bambus". Hier stellt das Schriftzeichen „Ge" im Namen „Geyuan" eine Hälfte des Zeichens Bambus (ft). Die künstlichen Felsen, etwa zwei Drittel der Gesamtfläche ausmachend, spielen hier die Hauptrolle, unterstützt von Bauwerken wie Häusern, Terrassen, Pavillons. Unter den erhaltenen Gärten weist der Geyuan-Garten die bedeutendsten Felsbildungen auf. Hier gibt es die „Felsen der vier Jahreszeiten". Jeder Fels ist aus anderen Farbsteinen gefügt, so dass sie die Farben der vier Jahreszeiten zeigen können. Nach einem Rundgang im Garten hat man die vier Jahreszeiten erlebt. In dieser Gestaltung befolgte man den Grundsatz der chinesischen Landschaftsmalerei. In den künstlichen Bergen des Geyuan-Gartens lässt sich im Frühling gut wandern, im Sommer gut sehen, im Herbst gut besteigen und im Winder gut wohnen. Der Geyuan-Garten ist ein Garten mit ausgeprägtem Lokalkolorit von Yangzhou.
Dank geschickter Anordnung scheint der Garten von unermesslicher Tiefe zu sein. Man kann hier historische Stätten besuchen, schöne Landschaft als Augenschmaus genießen, mit der Geschichte in Berührung kommen und lässt vielfältige Kunst auf sich einwirken. Ein Rundgang durch den Garten wird wirklich ein allseitiger Genuss sein.
Reiseservice
Verkehr: Die Reisebuslinien 1und 2 sowie die Buslinien 8 und 26 stehen zur Verfügung.
Tel.: 0086-514-87358470
Öffnungszeiten: Täglich von 7.15-17.45
Website: www.ge-garden.net
Reisetipps
Es ist zu empfehlen: Bambushaine und die Felsen der vier Jahreszeiten zu besuchen.

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