Suzhou: Der Liuyuan-Garten (Garten des Verweilens)
Der Liuyuan-Garten ist wie der Zhuozheng-Garten ein der vier bekanntesten Gärten Chinas. Zunächst wurde er als Ostgarten im Jahre 1595 (23. Regierungsjahr des Ming-Kaisers Wanli) von Xu Taishi, einem hohen Beamten der Ming-Dynastie, angelegt. Später wechselte der Garten mehrmals den Besitzer und wurde häufig umgestaltet und erweitert. Im Jahr 1876 erhielt er den jetzigen Namen. Er umfasst eine Fläche von 33 000 m2, deren ein Drittel bebaut ist. Die Bauten gliedern das Gelände in vier Teile: die Mitte, den Ostteil, den Westteil und den Nordteil. Die sich in der Szenerie voneinander unterscheidenden Teile sind durch gewundene Gänge miteinander verbunden.
Durch einige Passagen hinter dem Eingang sieht der Besucher „Alte Bäume mit verschränkten Ästen" (Gumu Jiaoke), eine der 18 Sehenswürdigkeiten im Garten. Mit verschränkten Ästen meint man eine Verwachsung einer alten Zypresse mit einem Liguster. Da diese Bäume auch im kalten Winter grün bleiben, flößen sie den Besuchern Ehrfurcht vor ihrer Standhaftigkeit und Jugendfrische ein.
Der Mittelteil ist auf den Ruinen des früheren Bergsitzes des Kalten Azurs (Hanbi Shanzhuang) angelegt. Die Mitte dieses Teiles beherbergt einen Teich, westlich und nördlich davon sind künstliche Felsen, östlich und südlich davon überwiegend Bauten. Die Felsen wurden hauptsächlich mit Erde aufgeschüttet, verziert mit Kalksteinen, sie sehen eindrucksvoll aus.
Im Ostteil reihen sich Tor an Tor, Hof an Hof mit einer großen Anzahl von Gebäuden, deren Höfe durch offene Fenster, Torwege und Gänge miteinander verbunden sind. Die Bauwerke kontrastieren miteinander und bieten abwechslungsreichste Bilder im Suzhouer Gartenbau. Das Hauptgebäude, das Haus der Genien der fünf Gipfel (Wufeng Xianguan), auch das Nanmuholz-Haus genannt, ist sehr geschmackvoll dekoriert und seine Einrichtungsgegenstände sind auserlesen. Die 6,5 m hohe Felsspitze, der Gipfel des Aufragens in die Wolken (Guanyun Feng) genannt, die nördlich des Haus steht, soll eine Hinterlassenschaft eines für den Kaiserhof der Song-Dynastie bestimmten Steintransportes sein. Dies ist der größte Seestein unter allen südchinesischen Gärten.
Im Westteil sieht man wiederum einen künstlich aufgehäuften Felsen mit Erde dazwischen, der mit Amberbäumen bepflanzt ist. Die Bäume spenden im Sommer reichlichen Schatten, im späten Herbst leuchtet ihr Blätterwerk in Rot. Die beiden Hallen Zhile und Shuxiao hüllen sich unter den Bäumen. Von der Höhe des Hügels aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Landschaft westlich der Stadt.
Im Nordteil herrscht ländliche Idylle. Auf den Ruinen der alten Bauten wachsen jetzt Bambus, Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen. Die Stelle „ein weiteres Dorf" (You yi Zun) schmücken Rankgerüste für Weintrauben und chinesische Glyzinen.
Unter allen Gärten Suzhous ist der Liuyuan-Garten wegen seiner kunstvolle Architektur bekannt. Häuser, Gänge, Hallen, Pavillons sind so zueinander gesetzt, dass sie harmonisch miteinander verschmelzen. Dabei werden die Methoden der Gegenüberstellung von „groß und klein", „gewunden und gerade", „hell und dunkel" und „hoch und tief" angewendet. Durch künstliche Berge, Wasserflächen, Blumen und Bäume werden formreiche Höfe unterschiedlicher Abstufung geschaffen. Der Liuyuan-Garten mit seiner wohn-und ausflugsfreundlichen Anordnung und seinen reizvollen Landschaftsszenerien verdient mit Recht das Attribut, „Vorbild für den Gartenbau in Südchina zu sein".
Im Dezember 1997 nahm die UNESCO den Garten in die Liste der Weltkulturerben auf.
Reiseservice
Verkehr: Zu erreichen ist der Garten mit den Reisebuslinien 1 und 5
Tel.: 0086-512-65337903
Öffnungszeiten: Täglich von 7.30-17.00
Website: www.gardenly.com

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