Chinas Gärten: Lingnan- Gärten
Lingnan-Gärten. Mit den Lingnan-Gärten meint man die Gärten im Lingnan-Raum. Der Raum umfasst Guangdong, Guangxi, Hainan, das südwestliche Fujian und Taiwan mit Guangzhou als Zentrum.
Der Tourismus in der Blumenstadt Guangzhou hat sich in den letzten Jahren schnell entwickelt. Neue Parks und Sehenswürdigkeiten im Stil von Lingnan-Gärten schießen wie Frühlingspilzen nach dem Regen. Sie bilden neue touristische Attraktionen in Guangzhou. Die Lingnan-Gärten mit starker Lokalfärbung stellen eine der drei Schulen des chinesischen Gartenbaus dar. Die anderen zwei sind die kaiserlichen Parks in Beijing und die Privatgärten südlich des Yangtse. Guangzhou mit seinen Gärten ist ein neues Reiseziel in- und ausländischer Touristen geworden.
Hauptgärten in Guangzhou
Die Yuyin-Bergklause in Panyu(Bergklause des Üppigen Schattens)
Die Yuyin-Bergklause liegt im Bezirk Panyu, 17 km von der Stadt Guangzhou entfernt. Sie ist ein der vier berühmtesten Gärten während der Qing-Zeit in der Provinz Guangdong. Wu Yantian, der bei der staatlichen Prüfung auf der Provinzebene als „Junren" (akademischer Grad und Titel) abgeschnitten hatte, begann 1864 (3. Regierungsjahr des Qing-Kaisers Tongzhi) mit der Anlage der Bergklause, wobei er ein Team von Fachleuten und Handwerkern anstellte. Er legte großen Wert darauf, Stilkomponenten des Gartenbaues in Suzhou und Hangzhou zu absorbieren. Die Klause besteht aus vier Hauptbauten. Ein Brückengang teilt die Anlage in den Ost- und Westteil. Im Westteil steht ein fast quadratischer Lotosteich im Mittelpunkt, während ein zierlicher, achteckiger Wasserpavillon die östliche Mitte beansprucht. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören die Halle der Tiefen Weiden (Shenliu Tang), die Villa am Wasser und der Pfauenpavillon. Mit der glücklich gewählten Standortverteilung der Bauwerke und ihrer lieblichen Form, geschmückt mit Wandelgängen, Bogenbrücken, künstlichen Felsen und Blumengehölzen und Bäumen, wirkt die Klause vertieft und abgeschieden.
Reiseservice
Verkehr: Man benutzt die Buslinie 10 oder die Sonderfahrt von Panyu aus, um die Bergklause zu erreichen.
Tel.: 0086-20-84769293
Öffnungszeiten: Täglich von 8.00-18.00
Der Liang-Garten in Foshan
An dem alten Xianfeng-Pfad an der Songfeng- Straße, Stadt Foshan, liegend, war der Liang-Garten ein Privatgarten, erbaut während der Perioden der Qing-Kaiser Jiaqing und Daoguang (1796-1850) durch den bekannten Maler und Kaligraf Liang Airu und seine drei Neffen Liang Jiuzhang, Liang Jiuhua und Liang Jiutu. Daher kommt auch der Name „Liang-Garten". Mit der Yuyin-Bergklause in Panyu, dem Keyuan-Garten in Dongguan und dem Qinghui- Garten in Shunde zusammen wird der exquisite Liang- Garten in die vier berühmtesten Gärten in Guangdong während der Qing-Zeit eingereiht. Er ist typisch für einen Literatengarten im Lingnan-Raum.
Mit vier Hauptbaugruppen - der 12-Steinkammer, der Halle des Kalten Duftes, der Strohgedeckten Sternhütte und der Strohgedeckten Fengjiang-Baracke - ist der Liang- Garten der größte unter den vier bekanntesten Gärten in Guangdong. Seine wohldurchdachte Konstruktion bewirkt, dass sich die Wohnungen, ein Tempel und ein Garten zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen haben. Die Höfe des Gartens im Lingnan-Stil sind abwechslungsreich und geschmackvoll gestaltet. Alle Bauwerke im Garten sind architektonische Meisterwerke. Die zahlreichen Schnitzarbeiten aus Ziegel, Holz, Ton und Stein sind als Spitzenleistungen im klassischen Gartenbau einzustufen.
Im Garten stehen auch eine ursprünglich von der Halle des Kalten Duftes gemachte Sammlung von 80 Büchern, die kalligrafische Mustervorlagen aus verschiedenen Dynastien enthalten, und andere kalligrafische Meisterwerke für das Publikum frei. Klares Wasser, exotische Steine und Mustervorlagen der Kalligrafie, als drei Schätze bezeichnet, bereichern erheblich den inneren Gehalt des Gartens.
Reiseservice
Verkehr: Zu erreichen ist der Garten mit den Buslinien 118,119 und 138.
Tel.: 0086-757-82237051
Öffnungszeiten: Täglich von 9.00-17.00
Der Qinghui-Garten (Garten des Klaren Sonnenlichts) in Shunde
Sich im Shunde-Bezirk, Foshan, befindend, ist der Qinghui-Garten ein der vier berühmtesten Gärten während der Qing-Zeit in Guangdong, und der einzige Garten in der Provinz, der zu den 10 berühmten klassischen Gärten Chinas zählt. Heute steht er unter dem Denkmalschutz auf der Provinzebene. Als ein historisch und kulturell bedeutende Anlage weist der Garen eine klare Lokalfärbung des Stils im Lingnan-Gartenbau auf.
Am Ende der Ming-Dynastie diente der Garten Huang Jun, Examenbester in der Kaiserlichen Staatsprüfung, als Residenz. In der Qing-Dynastie ging er in den Besitz von Long Yingshi, der bei der Kaiserlichen Staatsprüfung als „Jinshi" hervorging, über. Sein Sohn Long Yanhuai, Mitglied der Hanlin-Akademie, kehrte 1800 nach seiner Heimat zurück und baute für seine Mutter einen Garten auf dem alten Wohnsitz Huang Juns. In der nachfolgenden Zeit wurde der Garten von Long Yuanren (Sohn von Long Yanhuai), Long Jingcan (Enkel von Long Yanhuai) und Long Zhuhui (Urenkel von Long Yanhuai) mehrmals restauriert und erweitert, bis er die endgültige Gestalt annahm. In Anbetracht des historischen, künstlerischen und ästhetischen Wertes des Gartens nahm die Volksregierung von Shunde 1996 großangelegten Erweiterungsbau vor, wodurch die Fläche des Gartens von 7000 m2 auf 22 000 m2 ausgedehnt wurde. Der Garten begrüßt heute mit den offenen Armen in-und ausländische Touristen.
Der Qinghui-Garten liegt in einer bezaubernden Umgebung mit klarem Wasser und grünen Bäumen. Die Erweiterungsbauten sind so angelegt, dass sie mit der alten Residenz des Familie Long ineinander übergehen. Die Schmuckkompositionen wie Wasser, Brücken, gewundene Gänge, Mauern stehen harmonisch zu den Hauptbauwerken. Die Gartengestalter haben von allen Gestaltungsmitteln der alten Architektur, der Gartenbaukunst, der Schnitzerei, der Poesie usw. Gebrauch gemacht. Dadurch sind die Eigenschaften eines chinesischen Gartens voll zur Geltung gekommen: „imposant, eigenartig, schwindelerregend, abgeschieden, graziös und vielseitig".
Reiseservice
Verkehr: Busse aus dem Busbahnhof Guangzhou fahren dorthin
Tel.: 0086-757-22226196
Öffnungszeiten: Täglich von 8.00-18.00
Reisetipps
Hauptsehenswürdigkeiten: die bootsförmige Halle (Chuanting), die Strohgedeckte Halle am Blaugrünen Bach (Bisi Caotang), der Pavillon der Klaren Wellen (Chengyi Ting), der Blumenpavillon, die Studierstube Xiyin, die Zhuwan-Halle, die Hütte der Zuflucht (Guiji Lu),das Haus der Blüten an der Pinsel (Bi sheng hua Guan). Jeder Bau weist eine andere Form auf.
Der Keyuan-Garten in Dongguan (Kann- Garten)
Der Keyuan-Garten in Dongguan befindet sich in der Stadt Dongguan. Er zählt zu den vier berühmtesten Gärten in Guangdong während der Qing-Dynastie. Der Baubeginn datierte im Jahre 1850 (30.Regierungsjahr des Qing-Kaisers Daoguang). Auf seiner kleinen Fläche von 2000 m2 finden mehr als 20 Bauten ihren Platz. Hier stehen Wohnräume, Gesellschaftsräume, Höfe, Blumenbeete und Studierstube, Brücken und Teiche gut kombiniert zueinander, kurz, es hat nichts gefehlt, was zu einem chinesischen Garten gehört. Alle in unterschiedlicher Höhe errichteten Baulichkeiten sind vom Lingnan-Gartenstil ausgeprägt. Der Garten ist wirklich ein Kleinod unter den Lingnan-Gärten.
Reiseservice
Verkehr: Von Guangzhouer Bahnhof oder vom Baiyun- Flughafen fahren regelmäßig Busse dorthin.
Tel.: 0086-769-22211748
Öffnungszeiten: Täglich von 9.00-17.00
Der Ahnentempel der Familie Chen in Guangzhou
Auch als die Lehranstalt der Chens bekannt, liegt der Ahnentempel an der Zhongshan-Straße 8, Guangzhou. Der Bau begann 1890 (16. Regierungsjahr des Qing- Kaisers Guangxu) und wurde nach vier Jahren vollendet. Dieses 10000 m2 große religiöse Bauwerk besteht aus neun Hallen und 6 Höfen. In der Verbindung der traditionellen Formen mit ortsüblichen Ornamenten stellt dieser Tempel ein imposanter, prunkvoller Komplex der Baukunst dar, der bis heute am vollkommensten erhalten ist. Dieser Komplex, in dem heute das Museum der Folklorekunst in Guangdong untergebracht ist, steht unter dem Denkmalschutz auf der Staatsebene.
Alle Gebäude sind mit Schnitzarbeiten aus Holz, Stein und Ziegel, mit Tonskulpturen, Keramik-, Porzellan- und Eisenkunstwerken dekoriert. Ganz meisterhaft ist die Dachbekrönung gestaltet, mit Szenen und Figuren aus den alten Geschichten und Ortsbegebenheiten.
Reiseservice
Verkehr: Die Buslinien 88, 104, 107, 128, 250, 268 fahren dorthin
Tel.: 0086-20-81814371
Öffnungszeiten: Täglich von 8.30-17.30

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