Sehenswürdigkeiten in Lhasa (Tibet)
China, Tibet, Lhasa Potala-Palast (c) China Tours / Onebillionvoices |
Der Potala-Palast
Der Potala-Palast liegt auf dem Roten Hügel an der Beijing Zhonglu in Lhasa und ist der höchstgelegene Palast der Welt. Er genießt Weltruf wegen seines unschätzbaren historischen und architektonischen Werts. Der Potala-Palast wurde in der Songtsan-Gampo-Periode im 7. Jahrhundert erbaut und brach im nächsten Jahrhundert zusammen. Im 17. Jahrhundert ließ ihn der fünfte Dalai in drei Jahren wieder aufbauen. Das 13-stöckige Hauptgebäude ist 117 Meter hoch und besteht aus dem Roten und dem Weißen Palast. Der Rote Palast steht in der Mitte des Potalas. Hier wird allen Dalai Lamas gedacht, und er enthält verschiedenartige Buddha-Hallen. Der Weiße Palast war die Residenz des Dalai Lamas, wo er seine Alltagsgeschäfte erledigte.
Im Potala-Palast werden viele wertvolle Kulturgegenstände und Fresken aufbewahrt, wie z. B. Sutras auf Pettra Blättern aus Indien, das „Ganggyur" (der Kanon des tibetischen Buddhismus) oder vom Kaiser der Qing-Dynastie dem Dalai Lama überreichte Goldblätter und goldene Siegel.
Öffnungszeit: außerhalb der Hauptsaison 9.00-16.00; Tourismussaison 7.30-16.00.
Um während der kurzen Öffnungszeiten soviel wie möglich sehen zu können, ist es ratsam, schon früh mit der Besichtigung zu beginnen.
Montags, mittwochs und freitags werden mehr Räume für Besucher geöffnet.
Der Jokhang-Tempel
Der Jokhang-Tempel liegt in der Mitte von Lhasas Altstadt und wurde angeblich im 7. Jh. von Songtsan Gampo, Prinzessin Chizun aus Nepal und Prinzessin Wencheng der Tang-Dynastie zusammen aufgebaut. Die vierstöckige Haupthalle vereint die Merkmale verschiedener Architekturstile, nämlich des Han-chinesischen, des tibetischen, des indischen und des nepalesischen Stils, und verkörpert das Mandala, das buddhistische Weltbild. Die große Sutras-Halle im Zentrum symbolisiert den Kern des Universums. Die Shakjamuni-Halle spielt die wichtigste Rolle in dem ganzen Tempel.
Öffnungszeit: 9.00—16.00.
Fotografieren im Tempel und in der Halle ist kostenpflichtig. Wenn Sie Tibeter unbedingt beim Kotau fotografieren möchten, stellen Sie sich bitte nicht direkt vor sie hin - Sie könnten dadurch Verärgerung hervorrufen.
Der Sera-Tempel
Dieser Tempel liegt am Fuß des Selawuzi-Bergs nördlich von Lhasa. Er gehört zu den drei größten Tempeln Lhasas und ist zugleich einer der sechs größten Tempel der Gelben Sekte. Er wurde von Sijiayixi, einem Jünger Tsongkapas, im Jahr 1419 gebaut. Früher war er der „Shaolin-Tempel" Tibets und bildete Leibwächter für hohe Beamte und vornehme Persönlichkeiten heran. Am 27. Tag des zwölften Monats nach dem tibetischen Kalender findet im Sera-Tempel das eindrucksvolle „Serabengqen"- Fest statt. Gläubige strömen wie ein Bienenschwarm aus verschiedenen Orten zusammen und es herrscht ein lebhaftes Treiben.
Öffnungszeil: 9.00-16.00
Der Xiaozhao-Tempel
Der Xiaozhao-Tempel liegt nördlich der Altstadt von Lhasa. Er wurde Mitte des 7. Jahrhunderts gebaut. In der Geschichte wurde er mehrmals abgebrannt und repariert. Es gibt im Tempel zahlreiche Wandgemälde und Buddhafiguren von Shakjamuni, Mozhuerji und Maitreja. In der Haupthalle steht eine vergoldete Statue des achtjährigen Shakjamunis, die Prinzessin Chizun von Nepal nach Tibet gebracht hat. Der Xiaozhao-Tempel beherbergt ein Institut fürs Studium der klassischen Werke der tibetischen Gelben Sekte (Gelugpa).
Der Norbu Lingka
Norbu Lingka bedeutet auf Tibetisch „Garten des Lieblings" und ist der Sommerpalast des Dalai Lamas. Er liegt in der westlichen Vorstadt von Lhasa und wurde im vierten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts gebaut. Mit einer Fläche von 360 000 m: war dies der Kurort des 7. Dalai Lamas. Für ihn ließ der damalige hohe kaiserliche Beamte der Qing-Dynastie in Tibet den ersten Palast bauen. Später haben auch der 8., 13. und 14. Dalai Lama hier ihren eigenen Palast gebaut. Nach 200 Jahren beständiger Erweiterung und Benützung ist der Norbu Lingka zum großen, typisch tibetischen Palastgarten geworden, der er heute ist. Zu Feiertagen fahren die Menschenmengen in feierlicher Kleidung mit Zelt und Lebensmitteln hierher und singen und tanzen die ganze Nacht hindurch.
Verkehr:
Von der Stadtmitte kann man zu Fuß dorthin gehen. Nimmt man den Omnibus, steigt man an der Hallestelle „Tibetisches Medizininstitut" aus; eine Fahrt mit der Rikscha kostet ungefähr 4 Yuan.
Öffnungszeit: 9.30-18.00. Sonntags geschlossen.
Die Barkhor-Straße
Die Barkhor-Straße ist eine ringförmige Marktstraße um den Jokhang-Tempel. Nach der Fertigstellung des Tempels blühte sie allmählich auf und entwickelte sich schließlich zugleich zu einem Pilgerweg und einem florierenden Marktplatz mit einer Länge von 500 Metern.
Beim Besuch muss man mit den tibetischen Pilgern im Uhrzeigersinn gehen. Man vergesse nicht, vor einem Kauf bei mehreren Verkäufern nach dem Preis zu fragen und zu feilschen.
Der Ganden-Tempel
Der Ganden-Tempel liegt östlich von Lhasa in der 60 Kilometer entfernten Kreisstadt Dagze. Er gehört zu den drei größten Tempeln Tibets und ist einer der sechs wichtigsten Tempel der Gelben Sekte. Der Name „Ganden" bedeutet „nach Glück strebend und genügsam". Der Tempel wurde Anfang des 15. Jh. von Tsongkapa, dem Gründer der Gelben Sekte, gebaut. Die Hauptgebäude im Tempel sind die Cuoqen-Halle, die Wohnhalle Tsongkapas, das Yangpajin-Institut fürs Studium der klassischen Werke u. a.
Verkehr:
Am Platz vor dem Jokhang-Tempel fährt täglich ein Bus zu diesem Tempel. Erfährt morgens um 6.30 ab und kehrt um 14.00 zurück. Die Hin- und Rückfahrt kostet 35 Yuan, und ein Weg dauert ungefähr zwei Std. Man kann für 12 Yuan im Gästezimmer des Tempels wohnen, aber die Ausstattung ist äußerst einfach.
Öffnungszeit: 9.00-16.00.
Der Zhaibung-Tempel
Der Zhaibung-Tempel liegt im Nordwesten von Lhasa, fünf Kilometer außerhalb der Stadt, am Berghang des Gengpeiwuzi-Berges. Im Jahr 1416 gebaut, ist er der größte Tempel der Gelben Sekte in China. In der gewaltigen, 250 000 Quadratmeter großen Anlage lebten einst mehr als 10 000 Mönche. Zahlreiche für den tibetischen Buddhismus bedeutende Figuren wurden hier ausgebildet. Vor dem Einzug in den Potala wohnte der fünfte Dalai Lama hier. Der Tempel besitzt eine umfangreiche Sammlung historischer Kulturzeugnisse und klassischer buddhistischer Werke. Das Shoton-Fest, das jährlich gefeiert wird, ist der lebhafteste Tag im Zhaibung-Tempel. An diesem Tag findet eine Zeremonie statt, bei der man den Buddha von der Sonne bescheinen lässt. Dies ist heute eine der wichtigsten religiösen Veranstaltungen des tibetischen Buddhismus.
Öffnungszeit: 9.00-16.00;
Fotografieren: 20 Yuan pro Halle
Yangpajin
Yangpajin liegt in der Kreisstadt Dagxung im Bezirk Lhasa. Dieser Ort ist reich an geothermischer Energie und wird als Museum der Geothermischen Energie bezeichnet. Hier liegt das berühmte Erdwärme-Kraftwerk Yangpajin. Die Gegend ist mit heißen Quellen übersät. Wenn man ein Ventil aufmacht, schießt das heiße Wasser mehrere Meter oder sogar Dutzende von Metern in die Höhe, was sehr spektakulär ist.
Verkehr:
Yangpajin ist 87 Kilometer von Lhasa entfernt. Man kann von den Überlandbus – Haltestellen mit dem fahrplanmäßig verkehrenden Bus dorthin fahren.
Bei der Transportstation von Yangpajin gibt es Gasthäuser, wo man übernachten kann.
Berg des Meisters der Medizin
Gegenüber dem Roten Hügel des Potala-Palasts liegt ein kleiner Hügel, auf dem einst der Tempel des Meisters der Medizin (d. h. das Institut für tibetische Medizin) lag. Die höchsten Mönche des Tempels dienten als Ärzte des Dalai Lamas. Aber in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Institut dem Menzikang einverleibt und wurde zu einer Abteilung des Tibetischen Krankenhauses westlich des Jokhang-Tempels. Infolgedessen zerfiel der Tempel des Meisters der Medizin.
Der Teich des Drachenkönigs
Dieser Teich liegt hinter dem Potala-Hügel in Lhasa. Der fünfte Dalai Lama ließ hier Mitte des 17. Jahrhunderts für den Wiederaufbau des Potalas Erdmaterial ausheben, und so entstand eine tiefe Grube, die später zu einem Teich wurde. Der 6. Dalai Lama, Cangyang Gyamco, baute in der Mitte des Sees einen zweistöckigen, achteckigen Glaspavillon und suchte dort oft seine Ruhe. Im Pavillon steht eine Figur des Drachenkönigs und deshalb wird der Teich „Teich des Drachenkönigs" genannt.
Tempel der Mi-Sekte
Dieser Tempel wurde im Jahr 1433 von Jizun, einem Jünger von Tsongkapa, gegründet mit dem Ziel, die Lehre der Mi-Sekte zu fördern und zu verbreiten. Es liegt nördlich der Beijing Donglu in Lhasa. Im ersten Stock des dreistöckigen Hauptgebäudes ist die Große Halle für die klassischen Werke. Es gibt im Tempel noch ungefähr 70 weitere Räume.
Der Curpu-Tempel
Der Curpu-Tempel liegt in der Kreisstadt Doilungdeqen, die 70 Kilometer von Lhasa entfernt ist. Er ist der Haupttempel der Schwarzhut-Fraktion der Schwarzen Sekte (Gemageju) und wurde im Jahr 1187 gebaut. Die Lahmaistische Lehre der Reinkarnation des Lebenden Buddhas wurde zuerst in diesem Tempel verbreitet und später von anderen Sekten angenommen.
Öffnungszeit: 9.00-14.00
Tibetisches Museum
Das Tibetische Museum mit einer Fläche von 53 959 Quadratmetern war das erste moderne Museum in Tibet und liegt im südöstlichen Teil des Norbu Lingka in Lhasa. Seine Gesamtbaufläche beträgt 23 508 Quadratmeter und die Fläche der Ausstellungshallen 10 451 Quadratmeter. Seine Ausmaße sind gewaltig und die Anlage ist mit meisterhafter Stringenz komponiert. Es hat einen ganz eigenen Baustil und ist als Gipfel der Vollendung zu preisen. Auf der einen Seite ist es stark durch den traditionellen tibetischen Baustil geprägt, auf der anderen hat es den ästhetischen Reiz der modernen Bauwerke.
Das Tibetische Museum besitzt zahlreiche Schätze, z. B. verschiedene Kulturgegenstände aus vorgeschichtlicher Zeit, handschriftliche klassische tibetische Werke, farbenprächtige Thangkas, Instrumente und Kultgegenstände verschiedener Art, kunsthandwerkliche Produkte mit ausgeprägten ethnischen Merkmalen, einzigartige Keramik usw. Das Museum zeigt eine Ausstellung zur „Geschichte und Kultur Tibets", die aus vier Teilen, nämlich der vorgeschichtlichen Kultur, der gemeinsamen chinesisch-tibetischen Geschichte, Kunst und Kultur sowie der volkstümlichen Kultur besteht. Besucher können durch die Ausstellung einen Einblick in die lange Geschichte der Tibeter und ihre großartige Kultur gewinnen.
Die Außenanlagen des Museums sind ebenfalls nach einem vortrefflichen Entwurf gebaut und arrangiert. Die Wiesen sind schön und bequem und die Bäume geben viel Schatten. Hier gibt es sowohl für moderne Sport- und Kulturveranstaltungen geeignete große Spielplätze als auch Kulturanlagen, deren Hauptteil der „Garten traditioneller tibetischer Kultur" und das „Zhuangyuan"-Haus bilden, aber auch Mehrzweckhallen, Kunstgalerien und Läden für kunsthandwerkliche Produkte usw. Sie sind alle ideale Ruheplätze für Besucher.
Adresse: Norbu-Lingka-Straße 19, Lhasa,
Tel.: 0891-6812210.
Öffnungszeit: 9.30-17.30 im Sommer, 10.00-17.00 im Winter.
Der Lhasa-Fluss
Der Lhasa-Fluss ist einer der Nebenflüsse des Yarlung Zangbo. Im siebten Monat nach dem tibetischen Kalender baden die Tibeter hier und waschen ihre Wäsche. Von Gemagun im Osten bis zum mehrere tausend Meter langen Sandsee im Süden und zur „Quelle des Regenbogens" am Fuß des Sera-Tempels im Norden sind überall fröhliche Leute. Der Sage nach hat das Wasser des Lhasa-Flusses während des Badefestes die Wirkung heiligen Wassers. Wenn Sie mutig genug sind, dann tun Sie wie die Einheimischen und springen ins Wasser des Glücks hinein. Übrigens kann man am südlichen Ufer des Flusses die Widerspiegelung des Potalas sehen. Viele Hobbyfotografen kommen hierher. An der Überlandbus-Haltestelle am Ufer des Lhasa-Flusses steht das Denkmal für die Qinghai-Tibet-Autostraße. Dort kann man mit einem Jakhautfloß über den Fluss setzen.

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