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Sichuan: Übersicht

Übersicht über Provinz Sichuan


Geografie

Sichuan, abgekürzt Chuan oder Shu, befindet sich am Oberlauf des Yangtse im Südwesten Chinas und hat eine Fläche von 485 000 Quadratkilometern, vier Fünftel davon besteht aus Gebirgslandschaften. Die Provinz lässt sich topografisch in zwei Teile aufteilen: Der eine Teil davon Ist das Qinghai-Tlbet-Plateau im Westen und der andere das Sichuan-Becken Im Osten. Im Westen ragt der Gongga- Berg, der mit einer Höhe von 7556 m der höchste Berg Sichuans Ist, und andere Berge wie Hengduan, Qionglal und Minshan empor, im Norden der Qinling, Daba und Longmen und im Süden der Dalou. Das Sichuan-Becken, 300 m über dem Meeresspiegel, ist eine wichtige Kornkammer Chinas. Sichuan grenzt Im Osten an Chongqing, im Süden an Guizhou und Yunnan, im Westen an Tibet und im Norden an Gansu und Shaanxi.


Klima in Provinz Sichuan

In Sichuan herrscht ein subtropisches und feuchtes Klima. Klimatisch Ist der Westen anders als der Osten. Im Westen wechseln die Temperaturen stark und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind groß. Der Frühling und Herbst sind kurz und der Winter ist lang. Viele Berge sind das ganze Jahr hindurch mit Schnee bedeckt. Da die Sonne sehr lange scheint, wird es an Wintertagen nicht zu kalt. Für den Wintersport gibt es hier viele ideale Orte. Die Berge Xiling, Emei und Wawu sowie die Hailuo-Schlucht und der Longchi-See, wo der Schnee jährlich vier bis fünf Monate liegen bleibt, üben eine große Anziehungskraft auf die Touristen aus den Städten Südchinas aus. Im Osten sind die vier Jahreszeiten deutlich unterschiedlich. Im Winter ist es nicht kalt und im Sommer nicht heiß. Die Jahrestemperaturen liegen im Durchschnitt bei 16 bis 18Grad °C. Es regnet viel. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1000 bis 1200 mm. Am westlichen Rand des Sichuan-Beckens, besonders in Ya'an, sind Regenschirme und Regenmäntel unentbehrlich, da es hier selbst im Frühling sehr viel regnet.


Fauna und Flora

Dank des angenehmen Klimas und des fruchtbaren Bodens besitzt Sichuan eine enorme Vielfalt an Flora und Fauna. Mit einer Fläche von 1,15 Millionen ha Wald belegt Sichuan landesweit den zweiten Platz und gehört zu den drei größten Forstgebieten Chinas. 20,4 Prozent Fläche sind Aufforstungsgebiete. Darüber hinaus zählt Sichuan mit 1,63 Millionen ha Grasland zu den fünf größten Viehzuchtgebieten Chinas. Hier wachsen 4500 Pflanzen, darunter 3000 Heilpflanzen. Sichuan ist auch die Heimat vieler wilder Tiere. Die Zahl der Wirbeltiere beläuft sich auf 1100 Arten und repräsentiert landesweit 40 Prozent ihrer Art. Die Hälfte der Vögel und Raubtiere des Landes sind in Sichuan beheimatet. Ferner leben dort 59 Arten seltener Tiere wie die Großen und Kleinen Pandas, die Stumpfnasenaffen, Weißlippenhirsche und die Takins. Mit einem Bestand von 85 Prozent der Großen Pandas ist Sichuan die eigentliche Heimat dieser Tiere..


Geschichte

Sichuan hat eine lange Geschichte und ist eine der Wiegen der chinesischen Zivilisation. Die Sichuan-Kultur ist ein wichtiger Bestandteil der Yangtse-Kultur. Schon vor 10 000 bis 40 000 Jahren lebten hier die „Ziyang-Menschen". Vor 3000 bis 4000 Jahren hatten die Einwohner Sichuans die herausragende Sanxingdui-Kultur hervorgebracht. In der Shang- und Zhou- Dynastie errichteten das Ba- und das Shu-Volk hier jeweils das Ba- und das Shu-Reich. Im Jahre 316 v. Chr. vereinigte die Qin-Dynastie diese beiden Reiche und gründete hier die Ba- und Shu-Präfektur. In der Zeit der Drei Reiche machte sich Liu Bei in Chengdu zum Kaiser von Han, in der Geschichte als Königreich Shu oder Shu Han bekannt. In der Tang-Zeit flüchteten Kaiser Xuanzong und Xizong wegen der Kriegswirren nach Sichuan. Im Jahre 1128 erklärte die Yuan-Dynastie Sichuan zu einer Provinz, die seit der Ming- und Qing-Dynastie bis heute so geblieben ist. Im März 1993 wurde Chongqing einschließlich Wanxian, Fuling und Qianjiang zu einer regierungsummittelbaren Stadt erklärt. Heute verwaltet Sichuan 18 Bezirksstädte, 3 autonome Bezirke und 180 Kreise.


Bevölkerung und Nationalitäten

Sichuan ist mit 83,29 Millionen Menschen (6,8 Prozent der chinesischen Gesamtbevölkerung) nach Henan, Shandong und Guangdong die viert bevölkerungsreichste Provinz Chinas. Hier leben insgesamt 15 nationale Minderheiten mit einer Gesamtbevölkerung von 5,7 Millionen Menschen (7 Prozent der Gesamtbevölkerung der Provinz), womit Sichuan landesweit den fünften Platz belegt. Von diesen nationalen Minderheiten zählen die Tibeter, Yi, Tujia, Miao, Qiang, Hui, Naxi, Lisu, Buyi, Mandschuren, Dai, Mongolen und die Bai jeweils über 5000 Menschen. Sichuan ist das zweitgrößte Wohngebiet der Tibeter, das größte Wohngebiet der Yi und das einzige Wohngebiet der Qiang. Die Fläche ihrer Wohngebiete beläuft sich auf 301.000 Quadratkilometer, die 62,1 Prozent der Gesamtfläche Sichuans ausmachen.


Sitten und Bräuche

Die Einheimischen wie die Han, Tibeter, Yi, Qiang und Mosuo pflegen in Bezug auf Kleidung, Ernährung, Wohnen, Hochzeit, Bestattung, festliche Feierlichkeiten, Etikette und Tabus ihre eigenen Sitten und Bräuche.

Beeinflusst durch die geografische Lage Sichuans als „strategisches Hinterland" sind die Einwohner Sichuans so offenherzig wie die Nordchinesen und so zart wie die Südchinesen. Da das Klima im Sichuan-Becken sehr feucht ist essen die örtlichen Einwohner gern scharf. Außerdem trinken sie gern Tee und lieben die Sichuan-Oper. Da Sichuan eine sehr fruchtbare Provinz ist hat ihre Esskultur eine lange Geschichte. Die Sichuan-Spezialitäten gehören zu den vier Namenhaften Küchen Chinas und zeichnen sich durch ihre Schärfe aus. Die Sichuan-Oper ist eine berühmte Lokaloper Chinas. Sie beinhaltet verschiedene Ausdrucksweisen, wie „Gesichtverwandlungen", „Feuer-Spucken" und „Lampen- Rollen". Neben den allgemeinen Festen werden viele lokale Feste gefeiert. Zu ihnen gehören das Laternenausstellungs-Fest in Zigong, Chengdu und Deyang, das Wasserableitungs-Fest in Dujiangyan, das Pfirsichblütenfest in Longquan, das Päonienfest in Tianpeng, das Pilgerfest In Emeishan und das Tochterfest in Guangyuan. In früheren Zeiten wurde der Buddhismus und der Taoismus in Sichuan verbreitet. Daher gibt es heute noch viele buddhistische Stätten wie den Emei-Berg, die Tempel Huangze, Baoguang, Bao'en, Yunyan und Guangde. Zu den taoistischen Stätten zählen die Berge Qingcheng und Xiannü, die Tempel Qlngyang und Qiqushan sowie die Nezha-Höhle In Yibin.

Die Tibeter, Zi, Qiang und andere ethnische Gruppen Sichuans besitzen ihre eigene Kultur. Die Tibeter betreiben hauptsächlich Landwirtschaft und Viehzucht. Männer und Frauen tragen Zöpfe und Schmuck. Die Kleidung der Tibeter besteht aus einer langärmeligen kurzen Bluse aus Seide oder Baumwollstoff und einem weiten mantelähnlichem Kleid, das um die Hüfte durch ein buntes Tuch zusammengeharkten wird. Die Tibeter sind sehr gastfreundlich. Wenn sie Gäste haben, bieten sie „Hada" (ein Schal aus Seide), Gerstenbier und Buttertee an. Zu ihren traditionellen Festen zählen u.a. das tibetische Neujahrsfest, das Zhuanshan-Fest und Pferderennen fest. Die Qiang sind eine sehr alte Nationalität Chinas. Die Männer und Frauen tragen meist lange blaue Kleider aus Baumwollstoff mit einer Schaffellweste darüber. Sie sind sehr geschickt beim Bau der Steinblock Häuser, der Hängebrücken aus Bambus und der Wasserbrunnen. Außerdem können sie gut singen und tanzen. Sie verfügen über viele klangvolle Berglieder, Wechselgesänge und Trinklieder. Die Yi lebte vor der Befreiung noch in einer Sklavengesellschaft Die Männer tragen eine schwarze, rechts schräggeknöpfte Jacke mit engen Ärmeln und lange Hose. Die Frauen tragen eine gesäumte oder bestickte, rechts geknöpfte Bluse und einen langen Plisseerock. Alljährlich am 24. des 6. Monats nach dem Bauernkalender feiern sie das Fackelfest, das immer viele Touristen anzieht. Die am Lugu-See an der Grenze zwischen Sichuan und Yunnan beheimaten Mosuo leben heute noch In einem Matriarchat zusammen und pflegt ihren Azhu“ genannten Ehe-Brauch.

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