Kreis Borne in Bezirk Nyingchi
Borne wurde in alter Zeit „Bowo" genannt, was auf Tibetisch „Vorfahren" heißt. Borne ist reich an natürlichen Ressourcen und hat eine strategisch wichtige Lage. In der Geschichte war Borne ein unabhängiges Königreich, das nicht unter Verwaltung der tibetischen Lokalregierung stand. Heute untersteht Borne dem Bezirk Nyingchi. Aus historischen Gründen unterscheiden sich die Sitten und Gebräuche der Bewohner Bornes von den anderen des Gebietes Gongbo'gyamda, weswegen Borne für in- und ausländische Touristen sehr attraktiv ist.
Wichtige Sehenswürdigkeiten in Nyingchi
Der Gelang-See
Der Gelang-See liegt 30 km von der Kreisstadt Borne entfernt und hat eine Fläche von 2 km2. Am Ufer des Sees sind viele Wasserpflanzen und Blumen zu sehen. Zahlreiche gelbe Enten, Wildgänse und Kraniche mit schwarzem Hals leben am See. Steht man an seinem Ufer, sieht man, wie sich im Wasser das Schneegebirge, Wälder und Dörfer widerspiegeln.
Der Guxiang-See in Nyingchi
Der Guxiang-See ist ein Abschnitt des Parlung Zangpo, des Mutterflusses der Bewohner Bornes und liegt 35 km westlich der Kreisstadt Borne. Der See liegt 2600 m über dem Meeresspiegel, hat eine Länge von 5 km und eine Breite von 1 bis 2 km und ist bis zu 20 m tief. Nach einem Gletschersturz im Jahr 1653 bildeten sich hier Schlammströme, die den Parlung Zangpo aufstauten. So entstand der See, der einer der bekanntesten Süßwasserseen Osttibets ist.
Das Naturschutzgebiet Bomegang
Das Naturschutzgebiet Bomegang liegt in einer Höhe von 2700 m am südlichen Ufer des Parlung Zangpo, 22 km westlich der Kreisstadt Borne. Es nimmt eine Räche von 46 km2 ein. In diesem Gebiet gibt es viele hoch in den Himmel ragende alte Bäume, darunter sind die Picea asperata (eine Fichtenart) besonders wertvoll. Die Zahl von Picea asperata in diesem Gebiet ist ein Weltrekord, sie beträgt das 4 bis 5-fache des Waldgebietes in Nordostchina und das 3 bis 4-fache der Wälder Westeuropas und Nordamerikas.
Die Hanquan-Quelle in Longya
Fährt man von der Kreisstadt Borne auf der Sichuan-Tibet-Staatsstraße 28 km nach dem Osten, erreicht man das Dorf Longya. Biegt man dort nach links ab und steigt 400 m bergauf, sieht man dann einen großen Felsen, unter dem die bekannte Hanquan-Quelle entspringt. „Han" bedeutet im Chinesischen „Schrei". Ruft man hier „Wasser laufen lassen" oder schlägt einen Stein gegen den Felsen, läuft klares Wasser aus dem Riss unter dem Felsen. Anfangs sind es nur einige Tröpfchen, dann wird es immer mehr. Das dauert jeweils etwa 40 Minuten.
Midoi-Gletscher in Nyingchi
Der Midoi-Gletscher befindet sich in den Dörfern Mimai und Midoi der GemeideYupu. Er ist einer der markantesten ozeanischen Gletscher Tibets. Seine Spitze befindet sich in 6800 m Höhe, die Schneegrenze liegt bei 2400 m. Es ist der am tiefsten gelegene Gletscher Tibets; er reicht bis in die Mischwaldregion. Das ist ein seltenes Phänomen unter allen Gletschern der Neuzeit.
Der staatliche geologische Park Yi'ong
„Yi'ong" bedeutet im Tibetischen „Schönheit". In diesem Park herrscht die typische Landschaft der subtropischen Zone. Hier ist das ganze Jahr Frühling. Es gibt grüne Berge, klares Wasser und viele Wälder. Wegen der vielgestaltigen Topographie wurde im Jahre 2002 ein geologischer Park eingerichtet. In diesem Park kann man die Reste des Yi'ong-Sees, Hochgebirge und Schluchten sowie die Quelle sehen, die von den Einheimischen als „Bad des Padmasambhava (Begründer des Samye-Klosters)" bezeichnet wird. Außerdem liegt hier der größte ozeanische Gletscher Chinas - der Kaqin-Gletscher. Die in Yi'ong hergestellten Messer sind in ganz Tibet bekannt.

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