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Shangri-La: Nationalitäten


Einzigartiges der Nationalitäten in Nujiang


„Auf tausend Füssen" stehendes Haus

„Die Nu wohnen auf Berggipfeln in Bambushäusern", hieß es in alter Zeit, wenn man die Wohnbedingungen der Nu-Nationalität schilderte. Sie bauen tatsächlich ihre Häuser meistens an Berghängen. Man unterscheidet Holz- und Bambushäuser. Die Nu im Gebiet des Gongshan-Berges wohnen in Holzhäusern oder Häusern aus Erde und Holzbohlen. Ein solches Haus ist breit. Oft sind die Wände aus Rundhölzern und das Haus wird mit dünnen Steinplatten überdacht. Die Nu in den Gebieten Fugong und Lushui bewohnen dagegen Bambushäuser. Ein solches Haus ist niedrig. Für die Außen- und Trennwände werden dünne Bambuslatten benötigt; das Hausdach wird mit Holz oder Steinplatten gedeckt. Beide Haustypen haben zwei Stockwerke. Oben liegen zwei Zimmer, das äußere dient als Empfangszimmer, das innere als Schlaf- und Lagerraum. Unten liegen landwirtschaftliche Geräte. Dort befindet sich auch der Viehstall. Der Fußboden ist aus Holzbrettern oder Bambuslatten, die auf Holzpfählen am Berghang liegen. Diese Pfähle und Holzsäulen sind die Füsse, auf denen das ganze Haus ruht. Das Haus ist leicht zu bauen und ebenso leicht wieder abzureißen; es hat sich in dem regen- und nebelreichen Wetter bewährt. Traditionell helfen alle Dorfbewohner beim Hausbau mit, so dass an einem Tag ein Haus fertig gebaut werden kann.


Mit Seilbahn über die Schlucht

Die Seilbahn ist ein wichtiges Verkehrs mittel der Nu-Nationalität. Bei der Anfertigung werden Stahldrähte oder Bambuslatten zu ei handgelenkdicken Seil gedreht, das dann über einem Fluss gespannt wird. Die Seilenden werden an Bäumen, Holzpfählen oder Felsen befestigt. Das Gleitbrett ist das Hilfsmittel, um auf dem Seil zu rutschen. Ein Gleitbrett ist 4 cm lang, 2 cm breit und hat eine Nut. Ins Brett wurden zwei Löcher gebohrt. Beim Rutschen legt man die Nut des Gleitbretts aufs Seil und zieht einen Jutestrick durch die Löcher, der fest um die Taille gebunden wird. Mit dem Rücken nach unten, fasst man das Brett mit beiden Händen und rutscht los. Das Seil wird entweder waagerecht oder schräg gespannt. Fürs waagerechte Rutschen braucht man nur ein Gleitseil, auf dem man hin und zurück rutschen kann. Doch das ist anstrengend, zumal der mittlere Teil des Seils natürlich durchhängt. Vom tiefsten Punkt muss man dann mühsam zum Ziel klettern. Für das schräge Rutschen braucht man zwei Gleitseile. Wegen der schräg gespannten Seile rutscht man schneller und spart dabei viel Kraft. Nur stößt man sich leicht dabei. In neuerer Zeit wurden einige moderne Brücken über den Nu-Fluss gebaut, trotzdem spannen sich noch immer viele Gleitseile über den Fluss, nur sind die leicht brüchig werdenden Seile aus Bambus durch Eisenketten mit Rollen ersetzt worden.


Schnaps eines Sinnes

Bei verschiedenen Nationalitäten in Nujiang trinkt man gern Schnaps und versteht sich gut aufs Schnapsbrennen. Zu den wichtigen Schnapssorten zählen der „Gudu", der „Zhuo" und der Gaoliang (eine Sorghumart)- Schnaps. Der „Gudu“ wird aus „Gudu“ (einer Mischung aus Mais- und Buchweizen-Mehl) hergestellt. Zuerst wird der „ Gudu" gekühlt, dann mit Wasser und einer Hefe gemischt und in einem zugedeckten Bambuskorb abgestellt. Einige Tage später riecht es schon nach Schnaps. Vor dem Trinken muss der Schnaps zunächst durchgeseiht werden, dann wird gekühlt, etwas Honig oder Süßstoff hinzugefügt und nach wenigen Minuten kann man es schon trinken. Der süßliche Schnaps soll den Durst stillen und zugleich ein gutes Stärkungsmittel sein. Bei den Einwohnern in Nujiang ist der Schnaps ein Alltagsgetränk, mit dem auch Gäste bewirtet werden. Beim Trinken wird geplaudert. Lernt man in fröhlicher Atmosphäre jemanden kennen und will Freundschaft schließen, wird „Schnaps eines Sinnes"' getrunken. Man trinkt dann gemeinsam Wange an Wange, Mund an Mund, mit der einen Hand die Schulter des anderen umfassend und in der anderen die Schnapsschale haltend. In diesem Fall darf niemand das Schnapstrinken ablehnen. Wenn man diesen Schnaps eines Sinnes trinkt, wird man Freund der Einheimischen.


Himmelsopfer der Dulong-Nationalität mit einem Rind

In Dulongjiang gilt als feierlichste Zeremonie das Himmelsopfer mit dem Rind.

Bei dieser Zeremonie bindet der Stammeshäuptling das Rind an einen Holzpfahl mitten auf dem Festplatz. Dann hängen Frauen Perlenketten über die Homer des Rindes und bedecken das Rind mit einem Leinentuch. Nachdem die anderen Opfergaben dargebracht wurden, sticht ein zuvor gewählter junger Mann mit einem scharfen Bambusspeer das Tier ab. Dabei schlagen die im Kreis um das Tier stehenden Leute Gongs, schwingen Säbel und Bögen und tanzen den Rind-Guozhuang-Tanz. Sodann wird das Rind enthäutet und das Fleisch ausgeteilt. Jeder, alt oder jung, bekommt ein Stück davon. Es wird gesungen, getanzt und getrunken. Auf diese Weise wird für eine reiche Ernte im kommenden Jahr gebetet.

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