Provinz Qinghai - Stadt Xining
Die Provinzhauptstadt Xining liegt in der Mitte des Hehuang-Tals und ist der Ausgangspunkt der Qinghai-Tibet-Bahnlinie. Xining ist die größte und modernste Stadt auf dem Hochland und ein Tourismus-Knotenpunkt. Die Stadt mit einer Geschichte von über 2100 Jahren wurde im Jahr 121 v. u. Z. als Garnison der Westlichen Han-Dynastie gegründet. Ab dem 10. Jahrhundert hieß der Ort Xining. Schon während der Tang-Dynastie war Xining ein wichtiger Ort auf der Seidenstraße für den Austausch zwischen dem Tang-Reich und den Uiguren. Die Stadt spielte eine bedeutende Rolle für den kulturellen Austausch und die Integration zwischen Zentralchina, Xinjiang und Zentralasien.
Die Durchschnittstemperatur im Sommer liegt bei 17 bis 19 Grad. Wegen des angenehmen Klimas im Sommer wird Xining „Sommerhauptstadt Chinas" genannt und ist ein sehr beliebter Sommerurlaubsort für Touristen aus aller Welt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Xining sind das Kloster Kumbum (Ta'er Si), das Provinzmuseum von Qinghai, das Museum der traditionellen tibetischen Medizin und Kultur, das Museum der Sitten und Gebräuche der Provinz Qinghai, das Beichan-Kloster, das Nanchan-Kloster, die Dongguan-Moschee, der Volkspark, der Nanshan-Park, der Kulturpark und die Überreste von Hutai aus der Südlichen Liang-Dynastie.
Sehenswürdigkeiten
Dongguan-Moschee
Die Dongguan-Moschee befindet sich beim Dongshan-Tor und ist eine der vier wichtigsten Moscheen in Nordwestchina. Die Moschee ist ein Ausbildungszentrum für höhere islamische Studien. Sie wurde unter Kaiser Hongwu der Ming- Dynastie errichtet und hat eine Geschichte von über 600 Jahren. Der Baukomplex umfasst ein Ensemble von Minaretten, Mauern und Hallen im islamischen Stil. Das Areal hat eine Gesamtfläche von 11 940 Quadratmetern. Auf dem etwa 28 000 Quadratmeter großen Vorplatz können über 20 000 Menschen an einem Gottesdienst teilnehmen. Zum Freitagsgebet und zu den drei höchsten Feiertagen kommen stets zahlreiche Menschen.
Verkehrsverbindung: Buslinien 1, 2 und 23 vom Zentrum von Xining
Beichan-Kloster
Das Beichan-Kloster in Xining ist eine Nationale Sehenswürdigkeit der Kategorie AA. Im Volksmund heißt es auch „Tulouguan". Das Kloster hat eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer und vereinigt Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Das Beichan-Kloster wurde im Jahr 106 errichtet und hat eine Geschichte von über 1900 Jahren. Es gibt hier mehrere Höhlen verschiedener Größe, die „neun Grotten und achtzehn Höhlen" genannt werden. Der Baukomplex am Hang des Beichuan-Berges befindet sich unter steilen Felsen und über einem tiefen Abgrund. Die Bauten des Klosters wurden durch die an die Felswand gebauten Stege mit den Grotten und Höhlen verbunden. Deswegen wird es auch das „zweite hängende Kloster" genannt. (Ein anderes „hängendes Kloster" befindet sich in der Provinz Shanxi.) Im Ostteil des Klosters befindet sich eine 30 Meter hohe Buddhafigur, die von den Daoisten als „Königsmutter des Westens" interpretiert wird. Auf dem Gipfel des Berges befindet sich eine Pagode.
Verkehrsverbindung: Das Beichan-Kloster ist vier bis fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Am besten nimmt man ein Taxi.
Museum der Provinz Qinghai
Das Museum der Provinz Qinghai hat eine Gesamtfläche von 22 800 Quadratmetern und ist eine Nationale Sehenswürdigkeit der Kategorie AAAA. Von den neun Ausstellungshallen sind drei besonders empfehlenswert, nämlich die Ausstellungen zur Vorgeschichte, nationalen Kulturschätzen in Qinghai und zur tibetisch-buddhistischen Kunst. Diese drei Ausstellungen wurden im Jahr 2002 auf den fünften Platz der zehn besten Ausstellungen Chinas nominiert.
Seit seiner Gründung sammelt das Museum Exponate zur Geschichte, Volksgruppen, Sitten und Gebräuchen sowie Religionen der Region. Zurzeit gibt es über 47 000 Kulturgegenstände, welche die verschieden historischen Entwicklungsphasen von Qinghai wiederspiegeln.
Verkehrsverbindung: Mit den Buslinien 2, 9, 13 und 16 kann man das Museum erreichen; man fährt bis zur Haltestelle Xinning Guangchang (Xinning-Platz).
Museum der tibetischen Medizin
Das Museum der tibetischen Medizin liegt im Bioindustrie-Park von Xining und ist eine Nationale Sehenswürdigkeit der Kategorie AAAA. Es ist das erste Museum der tibetischen Medizin auf der ganzen Welt und das einzige spezielle Museum Chinas über die tibetische Kultur. Das Museum befasst sich nicht nur mit der tibetischen Medizin, sondern auch mit den Sitten und Gebräuchen der Tibeter sowie mit dem tibetischen Buddhismus. Es verfügt über sieben Ausstellungshallen, nämlich Ausstellungshalle für pharmazeutische Präparate, Geschichte der tibetischen Medizin, medizinische Tangka, medizinische Instrumente, alte Schriften, astronomische Zeitrechnungsmethode sowie bunte Malereien. Der wertvollste Schatz des Museums ist ein Tangka (ein traditionelles tibetisches Rollbild) mit dem Namen „Kanon der tibetischen Kultur und Kunst Chinas". Es hat dem bekannten Tangka-Meister 27 Jahre gekostet, dieses Werk zu entwerfen und an dem Thangka haben über 400 hervorragende Künstler der tibetischen, mongolischen, Han- und Tu-Volksgruppen aus Qinghai, Tibet, Gansu, Sichuan und Yunnan vier Jahre lang sorgfältig gearbeitet.
Verkehrsverbindung: Man kann von der Stadt aus die Buslinie 34 nehmen und an der Haltestelle Shengwu Yuanqu (Bioindustrie-Park) aussteigen.
Xinlu: ehemaliger Wohnsitz von Ma Bufang (Das Museum der Sitten und Gebräuche der Provinz Qinghai)
Das Museum liegt an Weimin Xiang Straße Nr. 13 in der Stadtbezirk Cheng- dong in Xining und ist eine Nationale Sehenswürdigkeit der Kategorie AAAA. In der Republik China (1912-1949) war der Baukomplex Wohnsitz des Gouverneurs von Qinghai, Ma Bufang; er ist bis heute sehr gut erhalten. Das Ensemble besteht aus mehreren Gebäuden und Gärten, die wohlgeordnet angelegt sind. Dabei handelt es sich nicht nur um das am besten erhaltene Wohnhaus in Qinghai, sondern auch um das einzige Haus in China, das innen und außen mit besonders wertvollem Marmor verkleidet ist. 1986 wurde die Anlage von der Provinzregierung von Qinghai zum Kulturdenkmal erklärt. Zurzeit befindet sich das Museum der Volkssitten und Gebräuche der Provinz Qinghai in den Gebäuden. Es besteht aus sechs Ausstellungshallen für die Volkgruppen der Han, Hui, Tu, Sala, Tibeter und Mongolen. Alle Sitten und Gebräuche der verschiedenen Volksgruppen in Qinghai werden hier gezeigt, sowie Bekleidung, Ernährung, Hochzeitsfeiern, Begräbnisse, Spiel und Sport, Religion und so weiter.
Verkehrsverbindung: Mit den Buslinien 3, 7, 17, 26 und 103 ist das Museum direkt zu erreichen.
Fernsehturm Püning
Der Fernsehturm Püning ist 188 Meter hoch und befindet sich im botanischen Garten Xishan; er ist der höchste Fernsehturm in Nordwestchina. Der kugelförmige Hauptteil des Turms ist drehbar, und vom Turm hat man einen ausgezeichneten Blick über die Stadt. Er ist heute ein Wahrzeichen und beliebtes Ausflugsziel der Stadt Xining.
Verkehrsverbindung: Man kann die Buslinien 2, 29, 30, 40, 42 und 109 nehmen und an der Haltestelle Zhiwuyuan (Botanischer Garten) aussteigen.
Der Nanshan-Park
Nanshan-Park befindet sich auf dem Nanshan-Berg, der 2419 Meter hoch ist. Auf dem Berg ist ein Pavillon. Einer alten Sage zufolge ist ein Phönix auf den Pavillon gelandet. So bekam der Pavillon den Namen Phönix-Plattform und er zählt zu den acht bekanntesten alten Sehenswürdigkeiten von Xining. Im Park gibt es zahlreiche Zypressen, Kiefern, Pappeln und Ulmen.
Verkehrsverbindung: Mit Buslinien 21 und 23 ist der Park zu erreichen.
Überreste von Hutai aus der Südlichen Liang-Dynastie
Die Stätte befindet sich im Dorf Yangjiazhai bei Xining und gehört zu den wichtigsten Fundstätten der Südlichen Liang-Dynastie. Im Jahr 397 wurde Xining Hauptstadt der Dynastie. Im Jahr 1957 wurde sie zum Kulturdenkmal auf Provinzebene erklärt. Einer alten Sage zufolge hat eine Heldin namens Fan Lihua vor ihrem Feldzug nach Westen hier ihre Generale zusammengerufen. Im Volksmund wird der Ort deswegen auch „Generalsplattform" oder „Plattform zum Aufruf der Generale" genannt. Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Yuan-Tor, Paradeplatz, kaiserliches Jadesiegel, Bronze- Kochgefäß, Skulpturen von drei Königen, Freudenfeuer-Plattform, Kommandeur- Pavillion sowie ein kleines Museum.
Verkehrsverbindung: Buslinien 2,18, 22 und 33 vom Zentrum von Xining.
Das Kloster Kumbum
Das Kumbum-Kloster (Ta'er Si) befindet sich südwestlich des Markfleckens Ruxar (Huangzhong), etwa 25 Kilometer von Xining entfernt und ist eine Nationale Sehenswürdigkeit der Kategorie AAAA. Das Kloster wurde im Jahr 1560 unter Kaiser Jiajing der Ming-Dynastie gegründet. Der Begründer der Gelug-Sekte des tibetischen Buddhismus, Zongkaba, soll hier geboren sein. Es ist eines der sechs größten Klöster der Gelug-Sekte und nimmt in der Architekturgeschichte Chinas einen bedeutenden Platz ein. Kaiser Qianlong der Qing-Dynastie schenkte dem Kloster 1749 eine Tafel mit seiner Handschrift. Das Kloster ist für seine Gemälde und Stickereien bekannt.
Verkehrsverbindung: Beim Busbahnhof an der Zifangjie gibt es einen Bus nach Luxar (Huangzhong), oder man nimmt ein Taxi in der Nähe der Brücke Qunlun Qiao.
Naturschutzgebiet Qunjia-Wald
Der Park liegt in der Kreisstadt Luxar (Huangzhong), etwa 90 Kilometer von Xining entfernt. Das tibetische Wort „Qunjia" bedeutet „wo weiße Phönixe landen". In diesem Gebiet sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beheimatet und hier entspringt der Fluss Qunjia, ein wichtiger Nebenfluss des Gelben Flusses. Zu bewundern sind hier nicht nur schneebedeckte Berge und steil aufragende Gipfel, sondern auch Schluchten und Steppe.
Verkehrsverbindung: Beim Busbahnhof 200 Meter vor dem Bahnhof von Xining nimmt man einen Bus nach Luxar (Huangzhong).
Nationales Naturschutzgebiet Datong-Wald
Der Datong-Wald liegt im Osten des Qilian-Gebirge und besteht im Wesentlichen aus zwei Landschaftszonen: Chahanhe und Yaozigou. Der Park hat eine Fläche von über 200 Quadratkilometern und ist bekannt für die imposanten Berge und den urtümlichen Wald.
Chahanhe
Chahanhe befindet sich in der Gemeinde Baoku bei Serkog (Datong), das etwa 45 Kilometer entfernt liegt. Es liegt am südlichen Fuß des Gebirges Dabanshan. Hier kann man die steilen Berge besteigen, an den kristallklaren Bächen spazieren gehen, die Vögel singen hören und die imposanten Wasserfälle, die zur kalten Jahreszeit gefroren sind, bewundern.
Yaozigou
Yaozigou befindet sich in der Gemeinde Daxia, etwa 18 Kilometer von Serkog (Datong) entfernt. Aus der Vogelperspektive sieht die Gegend wie ein Sperber aus, der im Sturzflug nach unten fliegt. Deswegen hat sie den Namen Yaozigou, auf Deutsch „Sperberflucht", erhalten. Die Landschaft besteht aus Wäldern und Steppe.
Laoye Shan
Der Berg Laoye Shan liegt in der Gemeinde Qiaotou bei Serkog (Datong), etwa 35 Kilometer von Xining entfernt. Der Berg ist ungefähr 2900 Meter hoch und ist nach einem General aus dem Altertum, Guan Yu, benannt, dem in der Taiyuan- Halle am Gipfel des Berges geopfert wird. Sehenswert hier sind die Tempel, Paläste und eine Höhle. An jedem 6. Tag des sechsten Monates nach dem traditionellen Mondkalender wird hier ein großes Blumenfest veranstaltet. Junge Leute in der Nähe treffen sich an diesem Tag zwischen den bunten Blumen und singen zusammen traditionelle Volkslieder, um nach Liebe zu suchen und ihre Liebe zum Ausdruck zu bringen.
Verkehrsverbindung: Am Bahnhof Xining oder am Hauptbusbahnhof Liuyi Qiao nimmt man einen Bus bis Yihao Qiao in der Gemeinde Qiaotou. Der Berg befindet sich etwa 100 Meter östlich von der Haltestelle.
Der Berg Niangniang Shan
Der Niangniang Shan befindet sich im Südwesten der Gemeinde Qiaotou bei Serkog (Datong). „Niangniang" bedeutet „kaiserliche Konkubine". Die Konkubine Jin'e des Kaisers Yangdi der Sui- Dynatastie ist hier begraben. Sehenswert sind hier vor allem der Platz, an dem das kaiserliche Trauerbankett stattfand und die Plattform Tamiaotai. Am Gipfel des Bergs befindet sich ein See, der zu den acht bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Xining zählt.
Verkehrsverbindung: Am Bahnhof Xining oder am Hauptbusbahnhof Liuyi Qiao nimmt man einen Bus bis Qiaotou.

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