Übersicht über die Innere Mongolei
Geographie
Mit einer Gesamtfläche von 1,183 Millionen Quadratkilometern liegt das Autonome Gebiet Innere Mongolei an der nördlichen Grenze Chinas (in Nordost-, Nord- und Nordwestchina). Im Osten grenzt die Innere Mongolei an die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaonng, im Süden an die Provinzen Hebei, Shanxi und Shaanxi, im Westen an das Autonome Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität und die Provinz Gansu und im Norden an die Mongolei und Russland. Die Landesgrenzlinie der Inneren Mongolei ist 4221 km lang. Ihr Territorium ist zum großen Teil ein Hochland, das sich 3000 km vom Nordosten nach dem Südwesten erstreckt und meistens in Höhe von 1000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Grassteppen der Inneren Mongolei haben eine Gesamtfläche von 880 000 Quadratkilometern, 21% der Gesamtfläche der Grassteppen des ganzen Landes. Die Innere Mongolei zählt zu den fünf größten Steppengebieten Chinas. Zahlreiche grasbedeckte Moore, Wiesen, verwüstete Grassteppen, kultivierte Wildnisse, Sandwüsten, Gebirgsweisen, Tiefebenen und Moräste sind über die Innere Mongolei verstreut. Im Osten der Inneren Mongolei schlängelt sich das Große Xingan-Gebirge mit unübersehbaren Urwäldern hin. Im Westen liegt das Ordos- Hochland, das zum großen Teil aus Sandwüsten besteht. Der Gelbe Fluss und der Liaohe-Fluss fließen an diesem Hochland vorbei. So sind hier zwei Flussebenen, die Hetao-Ebene und die Liaohe-Ebene, entstanden. Typisch für die Topographie der Inneren Mongolei ist, dass Hochebenen, Berge und Flachland sich aneinander reihen. Mehr als 1000 Flüsse fließen durch dieses Gebiet und bewässern weites Ackerland.
Geschichte
In alten Zeiten lebten mehr als zehn Nomadenvölker nacheinander in der Inneren Mongolei. Im 12. Jahrhundert war die Mongolei im Aufsteigen. Cengiz Khan vereinigte die Stämme im mongolischen Hochland und gründete eine nomadische Macht. Mit der Einführung des Provinzsystems durch die Yuan-Dynastie unterstand die Innere Mongolei der Zhongshu-Provinz und anderen Provinzen. In der zweiten Hälfte dieses 15. Jahrhunderts erlangte Dayen Khan, ein Nachfahr von Cengiz Khan, die Wiedervereinigung des weiten Territoriums der Inneren Mongolei. Cengiz Khans Enkel Alatan, Khan von Tumd, unterwarf den ganzen Westteil der Inneren Mongolei undstellte enge politische und wirtschaftliche Verbindungen mit der Ming-Dynastie her. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) wurden die Beziehungen zwischen der Inneren Mongolei und dem Landesinneren verstärkt. In den letzten 100 Jahren schlossen sich die in der Inneren Mongolei lebenden Nationalitäten unter der Leitung der Kommunistischen Partei Chinas zur revolutionären Bewegung zusammen und führten erfolgreich die Gebietsautonomie ein. Am 1. Mai 1947 wurde das Autonome Gebiet Innere Mongolei ins Leben gerufen, damit die Geschichte der separatistischen Herrschaft und der nationalen Auseinandersetzungen ein Ende gesetzt wurde.
Klima
In der Inneren Mongolei herrscht ein Kontinentalklima der gemäßigten Zone. Hier gibt es reichlichen Sonnenschein. Die durchschnittliche Jahressonnenscheindauer dieses Gebietes (exklusive des Großen Xingan-Gebirges) beträgt mehr als 1700 Stunden (Im Westteil der Inneren Mongolei ist die Jahressonnenscheindauer von 3400 Sunden registriert). Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge hier schwankt zwischen 100 mm und 500 mm. Im sommer (Juni, Juli und August) schwankt die durchschnittliche Tagestemperatur der Inneren Mongolei (einige Gegenden ausgenommen) zwischen 18°C und 23 °C. Die durchschnittliche Monatstemperatur im Winter liegt unter 0°C. Im Januar ist es in der Inneren Mongolei am kältesten. Die durchschnittliche Temperatur im Norden der Inneren Mongolei ist niedriger als -30 °C. Im Frühling ist es in der Inneren Mongolei häufig windig. Die durchschnittliche Jahreswindgeschwindigkeit hier beträgt 3 Meter pro Sekunde oder etwas mehr.
Bevölkerung und Nationalitäten
Zurzeit leben etwa 23,5 Millionen Menschen in der Inneren Mongolei. Viele davon gehören der mongolischen, der Dahuren-, der Ewenke- und der Elunchun-Nationalität an. Sie führen ein Nomadenleben. Auf dem Gebiet des Alltags, der Produktion, der Kulturveranstaltung und der Sitten pflegen sie ihre eigene Tradition. Sie haben eine vielgestaltige und glänzende Kultur geschaffen.
Sitten und Gebräuche
Die Mongolen leben in Jurten, die gleich unzähligen Perlen über die ausgedehnte Grassteppe verstreut sind. Zu ihrer Bekleidung zählen vor allem lange Obergewänder, Gürtel und mongolische Stiefel. Sie bevorzugen Schmucke aus Perlen, Halbedelsteinen oder Korallen. Die Wohnhäuser der Dahuren befinden sich meistens zwischen Berghängen und Flüssen oder Seen. Sie tragen gern lange Gewänder aus Rehpelz und Fellmützen. Die Ewenken fahren Schi zur Jagd und mit dem Boot aus Birkenbaumrinden zum Fischfang. Birkenbaumrinden sind für die Ewenken notwendiges Material zum Hausbau und zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen.
Schmackhafter Wein, schöne Volkslieder, das melodische Spiel an der mongolischen Geige mit Pferdekopfzier, begeisterte und unbefangene Tänze der Mongolen, die Hochzeitsfeier der Dahuren, die Impromptus und Tänze der Ewenken, die um das Lagerfeuer herum aufgeführt werden, und Volkslieder der Elunchun - das alles zeugt davon, dass die Innere Mongolei nicht nur über eine pittoreske Landschaft, sondern auch über eine eigenartige kulturelle Tradition verfügt.
Die mongolische Kunst Mongolische Volkslieder haben zwei formen: die lange und die kurze Melodie. Die lange Melodie zeichnet sich durch ihren kurzen Text und langgezogenen bzw. Hellklingenden Ton aus. Darin kommen die endlose Steppenlandschaft und der weite geistige Horizont der Hirten zum Ausdruck. Typisch für die kurze Melodie sind ihr regelmäßiger Rhythmus und ihr konstanter Akt. Die kurze Melodie wird sowohl in hoher als auch in tiefer Tonlage gespielt, um das schlichte, gerade, leidenschaftliche und ungezwungene Wesen der mongolischen Nationalität an den Tag zu bringen. Die Melodie von Hao Lai Bao ist eine in der Inneren Mongolei weit verbreitete Gesangsform. Sie hat eine feste Komposition, und ihr Text ist improvisiert. Normalerweise wird sie von zyvei Sängern in Form des Wechselgesangs oder solo gesungen. Ddie mongolische Tanzkunst ist seit langem weit und breit bekannt. Charakteristisch für diese Tänze sind ihr beschwingter Rhythmus und ihre flinken Bewegungen.
In alten Zeiten wurde die Jurte das „Kuppelhaus" oder das „Filzzelt" genannt. Zum Aufspannen der Jurte muss zuerst ein Gerüst aus Trauerweidenholzstangen (gerade Zahl) errichten. Dann bedeckt man das Ger-üst mit dickenFilz. Mitten im Kuppel gibt es eine Dachlucke. Die Eingangstür steht nachdem Süden oder dem Südosten.
Tabus
Bei den Mongolen herrschen verschiedene Tabus. Die Mongolen treiben einen Kult mit dem Feuergott und dem Küchengott. Es ist tabu, sich die Füße über den Ofen zu erwärmen und nasse Stiefel und Schuhe an den Ofen zu legen, um sie trocken zu lassen, über oder auf den Ofen zu treten und das Feuer mit dem Messer zu schüren. Für die Mongolen ist das Wasser ein heiliger Gott. Es ist verboten, sich im Fluss die Hände zu waschen, zu baden oder Gegenstände zu reinigen. Nach dem Geburtstabu der Mongolen muss man einen Bogen und einen Pfeil als Kennzeichen für die Geburt eines Jungen oder ein rotes Band als Kennzeichen für die Geburt eines Mädchens an den Eingang des Hauses hängen. Wer diese Kennzeichen merkt, meidet das Haus. Zu beachten ist auch das Hausbesuchstabu. Es ist verboten, mit aufgekrempelten Ärmeln oder in einem Gewand, dessen unteren Teil hinter den Gürtel gesteckt ist, oder mit einer Peitsche in die Jurte einzutreten oder die Peitsche an die Wand rechts vom Eingang des Hauses des Gastgebers abstellen.
Hochzeitsgebräuche der Dahuren
Nach der Verlobung muss der Verlobte am Tag, den er vorher ausgesucht hat, mit Geschenken zur Verlobten nach Hause kommen. Nachher muss der Verlobte zum zweitenmal die Familie der Verlobten besuchen und ihr Geschenke überreichen. Dann essen sie zusammen. Diese Mahlzeit wird „Laie" genannt. Einige Tage später können die beiden Seiten die Ehe eingehen. Beim Hochzeitsbankett muss ein Senior der Begleiter des Verlobten mit einem Pfeil in der Hand eine Glückwunschrede halten.
Erkenntnisse über die Innere Mongolei Gaolebukan-Tanz Dieser Tanz, auch Feuerlager-tanze genannt, ist ein Volkstanz der Ewenki-Nationalität nahe der Stadt Yugenhe. Bei der Hochzeitfeier oder bei den anderen Feierlichkeiten versammeln sich Menschen am Lagerfeuer und singen und tanzen bis zur Mitternacht.
Essen und Trinken
Bekannte örtliche Speisen
Gegrillter Hammel
Das ist ein typisches Gericht in der Inneren Mongolei. Es ist knusprig und wohlschmeckend. Wichtige Zutaten sind ein etwa 20 kg schwerer Hammel, Lauch, Ingwer, Paprika und Salz.
Shouzhuarou
Shouzhuarou, auch Hammelfleisch, mit der Hand gegessen, ist ein weiteres berühmtes Gericht der Mongolen. Zubereitung: Hammelfleisch mit Knochen in Stück gehackt und im Topf ohne Zutaten in hoher Hitze gekocht.
Dieses Gericht darf man direkt mit der Hand gegessen, daher bekommt es seinen Namen „Shouzhuarou".
Youmian
Es handelt sich dabei um Teigwaren aus dem Nackthafermehl, einem wichtigen Lebensmittel der Mongolen. Der Nackt ist nahrhaft und hat hohen Gehalt von Spurenelementen wie Eisen, Kalzium und Phosphor. Man kann aus diesem Mehl verschiedenen Teigwaren wie „Cuoyuyu", „Tuiwowo" und „Quandundun" bebereite. Beim Essen ist eine Hammelfleischsuppe unentbehrlich.
Pferdmilchwein( Kumis)
Pferdemilchwein ist ein geliebtes Getränk der Mongolen. Zubereitung: Pferdemilch in einen ledernen Beutel im Sonnenschein einige Tage gären lassen. Jeden Tag wird die Pferdmilch mit einem Holzstab gerührt. Als die Pferdemilch sauer und klar geworden ist, kann man sie trinken.
Milchtee
Der Milchtee ist ein weites beliebtes Getränk der Mongolen. Zubereitung: Ziegeltee wird gekocht, dann wird ein bisschen frische Milch, Salz oder Butter hineingetan.

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