Die Reisezone Gannan
Mit einer Gesamtfläche von 138 100 Quadratkilometern liegt der Tibetische Autonome Bezirk Gannan im Südwestteil von Gansu. Hier leben verschiedene Nationalitäten. Die Tibeter hier bilden die überwiegende Mehrheit der Lokalbevölkerung. Gannan grenzt an den Nordostteil des Qinghai-Tibet-Hochplateaus, im Westen an die Provinz Qinghai, im Süden an die Provinz Sichuan, im Norden an den Autonomen Bezirk Linxia der Hui- Nationalität und im Osten an Dingxi und Longwan. In alten Zeiten war hier der Lebensraum des Qiang-Volks. Die Region Gannan hat kalte Hochgebirge und Hochgebirgsweiden aufzuweisen. Die meisten davon liegen in Höhe von mehr als 3000 Metern. Zu den touristischen Ressourcen von Gannan zählen vor allem die tibetischen Sitten und Gebräuche, die Baukunst und Kultur des tibetischen Buddhismus sowie die Steppenlandschaft. Die wichtigsten Weideplätze von Gannan befinden sich in den Kreisen Xiahe, Hezuo, Luqu und Maqu. Gannan liegt an der Reiseroute Lanzhou- Jiuzhaigou in Sichuan. Vor mehreren Jahren wurde eine neue Reiseroute erschlossen: Lanzhou-Linxia-Koster Labrang-Steinwald Zepin-Qahai-See-Kloster-Langmu- Kloster- Huanglong-Jiuzhaigou-Mounigou. Sie ist eine Reiseroute voller Anziehungskraft.
Das Labrang-Kloster
Dieses Kloster liegt 1 km westlich von der Kreisstadt Xiahe der Provinz Gannan und 280 km nördlich von Lanzhou entfernt. Es zählt zu den sechs größten Klöstern der Gelug-Sekte (Gelben Sekte) des tibetischen Buddhismus. Im Jahre 1709 wurde damit begonnen, dieses Kloster zu bauen. Seine Häuser haben den tibetischen Baustil oder den Palastbaustil der Han- Nationalität oder verbinden beides miteinander. Die Meditations- und Gebetshallen sind mit buddhistischen Fresken geschmückt.
Als religiöses Zentrum ist das Labrang-Kloster sowohl die größte Hochschule des tibetischen Buddhismus der Welt als auch ein großes Museum für Sutras. Mit einer Sammlung von mehr als 60 000 Bänden von Sutras stellt dieses Kloster das größte buddhistische Museum. Neben den buddhistischen Schriften wurden zahlreiche Bücher über die tibetische Geschichte, die Medizin, die Mathematik, den Kalender, die Musik und die Malerei der tibetischen Nationalität sowie mehr als 70 000 Holzplatten mit eingravierten buddhistischen Schriften und Druckplatten mit wertvollen Dokumenten gesammelt.
Das Labrang-Kloster enthält auch verschiedene Buddhastatuen. Die Buddhastatue des Souan- Tempelsbestitzt 262 vergoldete Buddhastatuen aus Bronze, die jeweils 1,7 Meter hoch sind. Mehr als 29 000 vergoldete Buddhastatuen aus Bronze des Klosters sind niedriger als 1,7 Meter. Außerdem gibt es im Kloster eine Unmenge von Wandgemälden, Gaufrierteen Stickereien, Thangkas (Bildrollen von Buddhas). Die Motive der überwiegenden Kunstwerke stammen aus buddhistischen Geschichten.
Das Langmu-Kloster
Dieses Kloster liegt in der Gemeinde Langmusi, am Bailong-Fluß an der Grenze zwischen Gansu und Sichuan. Es ist ein Kloster des tibetischen Buddhismus. „Langmu" bedeutet in Tibetisch die „Fee". Der Name des Klosters kommt aus einer Legende, nach der ein Felsen in Form einer schönen Fee, der in der Höhle hinter dem Kloster, in einer „Tigerhöhle", steht, die Verkörperung dieser Fee sein soll. So wird dieses Kloster auch die „Fee der Tigerhöhle" genannt. Das Langmu-Kloster am Bailong-Fluss steht gegenüber dem Gerdi-Kloster der Provinz Sichuan. Das Langmu-Kloster erlebte früher eine Blütezeit. Im Jahre 1969 wurde es zerstört. Heute arbeitet man Jahr um Jahr daran, dieses Kloster wiederherzustellen. Vor dem Kloster steht ein mönchshustartiger Hügel. Rechts und links vom Kloster ragen hohe Felswände empor. Ein ausgedehnter Kieferwald mit üppigen Gewächsen erstreckt sich bis an den Berg.
Die erste Biegung des Gelben Flusses in Maqu
Der Gelbe Fluss fließt ruhig durch die weite Grassteppe, bevor er in Maqu eine scharfe Biegung macht. So entsteht die erste Biegung des Gelben Flusses, der sich vorwärts windet - ein herrlicher Anblick. In Maqu nimmt der Gelbe Fluss verschiedene Nebenflüsse auf. Flache Weideplätze erstrecken sich bis an die Ufern dieser Flüsse. Sie sind so fruchtbar, dass Futtergras üppig wächst und Vögel hier ihre Nester bauen. An der Biegung gibt es eine faszinierende Landschaft: Flusstäler, Wälder, Weideplätze, Seen, Karsthöhlen und heiße Quellen. Die Grassteppe Maqu ist reich an Pflanzen und Tieren, weil sie gut gegen Verschmutzung geschützt wird. „Maqu" bedeutet in Tibetisch den Gelben Fluss. Die Tibeter, die hier leben, sind einfach, heiter und gastfreundlich. Sie pflegen mehr oder weniger die nomadische Produktions- und Lebensweise sowie nomadische Sitten. Die Grassteppe Maqu, in der die Luft sehr frisch ist, ist ein idealer Sommerkurort.
Die Reisezone Tianshui
Der Name „Tianshui" (Wasser des Himmels) kommt aus einer Legende, nach der der Himmelfluss Wasser auf die Erde gegossen haben soll. Die Stadt Tianshui befindet sich im Südostteil von Gansu. Sie grenzt im Osten an die Provinz Shaanxi, im Süden an die Provinz Sichuan, im Norden an den Bezirk Pingliang und im Westen an Dingxi und Gannan. Diese Stadt ist sowohl das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Südostgansu als auch ein Verkehrsknotenpunkt, der die Provinzen Shaanxi, Gansu und Sichuan miteinander verbindet. Als eine alte Kulturstadt zählt Tianshui zu den wichtigsten Städten an der Seidenstraße. Fuxi, ein legendärer Ahnherr der chinesischen Nation, soll hier geboren worden sein. In der Jungsteinzeit schuf die Dadiwan-Sippe in Tianshui die Kultur der neolithischen Keramik. Feizi, Führer des Qin-Clans, hütete in Tianshui für den Kaiser Xiao Wang der Westlichen Zhou-Dynastie (1066-770 v. u. Z.) Pferde und erwarb sich dadurch Verdienste. Der Kaiser gab ihm den Namen „Ying" und das Qin-Gebiet zu Lehen, das nachher zur Basis des Qin-Staates wurde. Später gründete man hier die Präfektur Qin.Zur Regierungszeit des Kaisers Wu Di der Westlichen Han-Dynastie wurde hier die Präfektur Tianshui ins Leben gerufen. Bis heute hat die Stadt Tianshui eine mehr als 2000 Jahre lange Geschichte. Tianshui liegt in Höhe von 1100 Metern über dem Meeresspiegel. Die vier Jahreszeiten hier unterscheiden sich stark voneinander. Hier herrscht ein angenehmes Klima. Die Maijishan-Grotten, der Xianrenya-Berg und der Tempel für Fuxi sind die hauptsächlichen Attraktionen von Tianshui. Die Kulturdenkmäler und Altertümer zeugen von der uralten Kultur, der Kultur des Gelben Flusses, der Kultur der Seidenstraße und der kultur der Drei Reiche (220-280).
Die Grotten am Maijishan-Berg
Diese Grotten befinden sich etwa 30 km südöstlich von der Stadt Tianshui entfernt. Der Höhlentempel am Maijishan zählt zu den vier größten Höhlentempeln Chinas. Er ist die „größte Bildhauerei-Galerie im Osten".
Im 1. Jahrhundert kamen der Buddhismus und die buddhistische Kunst an der Seidenstraße entlang von Indien nach China. Anschließend entstanden die „Grotten der Tausend Buddhas" in Kizil des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang und die Mogao-Grotten in Gansu. Im Zeitraum zwischen 384 und 417 wurden Grotten in den Maijishan-Berg gebohrt. In den späteren 1500 Jahren wurden weiter Grotten ausgehoben und renoviert, bis ein imposanter Höhlentempel schließlich ins Leben gerufen wurde, den wir heute sehen.
Der Maijishan-Berg (Weizenstrohberg) hatte eigentlich keine Spalte. Im Jahre 734 führte ein starker Erdbebenausbruch in der Region Tianshui dazu, dass der Maijishan-Berg in 2 Teile, die östliche und die westliche Felswand, brach. Die beiden Teile werden durch einen Holzsteg miteinander verbunden. Insgesamt 194 Grotten sind bis auf den heutigen Tag, 54 davon in der östlichen und ist 12 Meter hoch. Der Honggong-Palast (roter Palast) 140 in der westlichen Felswand, überliefert. Diese Höhlen enthalten etwa 7200 Ton- und Steinskulpturen aus der Zeit der Nördlichen Wei-, der Westlichen Wei-, der Nördlichen Zhou-, der Sui-, der Tang-, der Fünf-Dynastien, der Song-, der Yuan-, der Ming- und der Qing-Dynastie. Sie sind von 20 cm bis zu 15 Metern groß.

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